News-Update Die wichtigsten Sport-Nachrichten zum Coronavirus am Montag

Für Son Heung-min von Tottenham Hotspur geht es aus der Reha direkt zum Wehrdienst. Die Fußball-Bundesligisten trainieren wieder. Das älteste Golfturnier der Welt fällt dieses Jahr aus. Der Überblick.
Vor seinem Wechsel zu Tottenham 2015 spielte Son fünf Jahre lang für Bayer Leverkusen und den Hamburger SV

Vor seinem Wechsel zu Tottenham 2015 spielte Son fünf Jahre lang für Bayer Leverkusen und den Hamburger SV

Foto: GLYN KIRK/ AFP

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FC Liverpool verzichtet nun doch auf Staatshilfen

20.51 Uhr: Einer der reichsten Fußballklubs der Welt wollte Angestellte in den Zwangsurlaub schicken und ein Hilfsprogramm der Regierung nutzen. Dafür gab es einen Shitstorm - jetzt rudert der FC Liverpool zurück.

Son tritt Wehrdienst in Südkorea an

17.19 Uhr: Der koreanische Angreifer Son Heung-min vom Premier-League-Klub Tottenham Hotspur wird die sportliche Zwangspause nutzen, um seinen Militärdienst in Südkorea zu absolvieren. Das bestätigte sein Klub auf seiner Website. Demnach sei Son Ende März bereits in Südkorea angekommen, wo er sich derzeit in Quarantäne befinde. Am 16. Februar hatte sich Son in einem Ligaspiel gegen Aston Villa den Arm gebrochen, die Reha laufe aktuell noch. Das medizinische Personal der Spurs stünde der Mitteilung zufolge im Austausch mit dem 27-Jährigen.

In Südkorea gilt für alle Männer bis 28 Jahre die Wehrpflicht, die je nach Waffengattung 21 bis 24 Monate dauert. Besondere sportliche Leistungen können zur Befreiung vom Militärdienst führen. Dies ist Son vor zwei Jahren gelungen, als er mit der Nationalmannschaft die Asienspiele gewann. Per Gesetz müssen aber auch freigestellte Profisportler - wie nun Son während der Corona-bedingten Fußballpause - je nach Teilstreitkraft drei oder vier Wochen absolvieren.

Ältestes Golf-Major der Welt abgesagt

16.17 Uhr: Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg ist das britische Golfturnier "The Open" abgesagt worden. Das teilte der Veranstalter "The Royal and Ancient Golf Club of St Andrews" (The R&A) auf seiner Website mit. Die Entscheidung sei "schweren Herzens" gefallen, wird Geschäftsführer Martin Slumbers in dem Statement zitiert. "Wir verstehen, dass viele Menschen auf der ganzen Welt enttäuscht sein werden, aber diese Pandemie trifft das Vereinigte Königreich schwer, und wir müssen verantwortungsvoll handeln."

Die 149. Ausgabe des Majors sollte ursprünglich vom 16. bis 19. Juli im Royal St. George's Golf Club in Kent im Südosten Englands stattfinden. In diesem Jahr wird es keinen Ausweichtermin geben, stattdessen wird der Wettbewerb in den Juli 2021 verlegt. Seit 1860 wird in Großbritannien das "The Open" ausgespielt. Es ist das älteste noch ausgespielte Golfturnier der Welt. Vergangene Woche war bereits das traditionsreiche Tennisturnier Wimbledon abgesagt worden.

Kurz nach der Absage des "The Open" gaben die Veranstalter der übrigen drei Majors in einer gemeinsamen Erklärung neue Termine bekannt. Die PGA Championship findet demnach vom 6. bis 9. August statt, die US Open werden vom 17. bis 20. September ausgetragen und das Masters wird auf den Zeitraum vom 12. bis 15. November verlegt.

Werder Bremen darf nun auch trainieren

16.11 Uhr: Am frühen Nachmittag hatte Werder-Trainer Florian Kohfeldt noch Wettbewerbsverzerrung befürchtet, weil der Fußball-Bundesligist im Gegensatz zur Konkurrenz das Mannschaftstraining noch nicht wieder aufnehmen durfte. Ab Dienstag dürfen die Bremer nun aber doch wieder gemeinsam trainieren, wenngleich nur in kleinen Gruppen mit maximal vier Spielern. Das Ordnungsamt der Hansestadt erteilte die dazu erforderliche Genehmigung.

"Wir versuchen, damit dem Recht auf Berufsausübung und der größtmöglichen Reduzierung von Risiken gleichermaßen gerecht zu werden", sagte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Man habe sich unter anderem an den Vorschriften orientiert, unter denen bei den Bayern trainiert werde. Werder hatte bei Mäurer einen Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung gestellt. Der Innensenator hatte die Entscheidung am vergangenen Freitag verschoben, weil er auf eine bundesweit einheitliche Regelung hoffte.

Österreich: Keine Sportveranstaltungen vor Publikum bis Juli

15.16 Uhr: Die österreichische Bundesregierung hat ein allgemeines Verbot für öffentliche Veranstaltungen bis Ende Juni verkündet, wozu auch Sportveranstaltungen gehören. Ob es Spiele ohne Zuschauer in Österreichs Fußball-Bundesliga geben könne, sei noch unklar, teilte eine Sprecherin des Sportministeriums der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit. Zunächst werde es Ausnahmeregelungen wie etwa Trainingsmöglichkeiten für Profisportler geben. Diese hatte Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler (Grüne) "in den nächsten Wochen" in Aussicht gestellt.

Österreich will ab dem 14. April kleine Schritte in Richtung Normalität gehen. Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte dürfen dann wieder öffnen. Im Gegenzug sind aber Veranstaltungen länger nicht erlaubt, zudem wird das Tragen eines Mundschutzes nicht nur in Supermärkten sondern auch im öffentlichen Nahverkehr zur Pflicht.

Mehrheit der Fußballfans für Spiele ohne Zuschauer

13.30 Uhr: Die Mehrheit der Fußballinteressierten befürwortet in der Coronakrise eine Fortsetzung der Fußball-Bundesliga und der 2. Liga mit Spielen ohne Zuschauer. Bei einer Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Forsa im Auftrag von RTL waren 60 Prozent der Befragten für eine Weiterführung des derzeit unterbrochenen Spielbetriebs ab Mai ohne Zuschauer, 24 Prozent sprachen sich dagegen aus.

Anders sieht es in der Gruppe der Nicht-Fußballinteressierten aus. Dort gaben über die Hälfte der Befragten (51 Prozent) an, dass es derzeit Wichtigeres als Fußball gebe. 28 Prozent der Befragten waren für eine Lösung mit Zuschauerausschluss, 21 Prozent dagegen. Der Spielbetrieb in den beiden höchsten deutschen Spielklassen ist noch mindestens bis zum 30. April unterbrochen.

Bayern trainieren wieder - auch Lewandowski dabei

13.05 Uhr: Der FC Bayern hat erstmals wieder ein Teamtraining abgehalten. Nach drei Wochen individueller Arbeit daheim durften die Fußballer an der Säbener Straße auf den Platz. Ein normales Training ist aber weiterhin nicht möglich, weil die Spieler nach Behördenanweisungen so wenig Kontakt wie möglich haben sollen. Deshalb wurden die Sportler in mehrere Kleingruppen und auf unterschiedliche Trainingsplätze aufgeteilt.

Zunächst standen unter anderem Fitnessübungen oder Torschusstraining auf dem Programm. Zuvor waren die Profis einzeln und mit Abstand in die Tiefgarage gefahren. Nach dem Training war vorgesehen, dass alle direkt wieder heimfahren und zu Hause duschen und essen.

Nach seiner Knieverletzung aus dem Champions-League-Spiel beim FC Chelsea im Februar gab auch Robert Lewandowski ein Comeback auf dem Platz und machte die Einheiten regulär mit. Verteidiger Niklas Süle, der in der Reha nach einem Kreuzbandriss ist, trainierte ebenso mit dem Ball, wenn auch dosierter als seine Teamkollegen.

Kyrgios bietet besonderen Lieferservice

12.30 Uhr: Der australische Tennisspieler Nick Kyrgios hat ein bemerkenswertes Versprechen abgegeben: Er wolle hungernden Menschen helfen und ihnen Nahrungsmittel auf die Türschwelle legen. "Bitte geht nicht mit leerem Magen schlafen", schrieb der 24-Jährige auf Instagram : "Schämen Sie sich nicht, mir eine private Nachricht zu schicken." Er werde nur allzu gern teilen, was er habe. "Selbst wenn es nur eine Schachtel Nudeln oder ein Laib Brot oder Milch ist. Ich werde es vor Ihrer Tür ablegen, ohne Fragen zu stellen!"

Kyrgios hatte schon zu Beginn des Jahres bei den Buschbränden in Australien solidarisch gezeigt. Mit seiner Ankündigung, für jedes seiner Asse bei den Australian Open 200 Dollar zu spenden, löste er unter den Tennisprofis eine Spendenwelle aus.

Eine Million Mahlzeiten für Personal im englischen Gesundheitssystem

12.13 Uhr: Der frühere McLaren-Teamchef Ron Dennis wird den Mitarbeitern des britischen Gesundheitssystems NHS in den kommenden drei Monaten insgesamt eine Million Mahlzeiten bezahlen. "Es ist wichtig, dass diese Menschen bei ihrer schweren Arbeit nicht auch noch darüber nachdenken, wo sie in den wenigen Pausen etwas zu essen herkriegen", sagte der 72-Jährige: "Und bezahlen sollen sie dafür auch nicht." Dennis hat bereits eine Million Pfund (ca. 1,14 Mio. Euro) in die von ihm gegründete Initiative eingezahlt. Der britische Lebensmittelhandel hat sich der Aktion mittlerweile angeschlossen.

Kaymer startet Hilfsaktion - mit 50.000 Euro

10.50 Uhr: Der zweimalige Major-Gewinner Martin Kaymer hat eine Hilfsaktion gestartet und ist mit einer Spende über 50.000 Euro vorangegangen. "Danke zu sagen, das ist immer eine gute Sache. Vor allem, wenn der Dank an diejenigen gerichtet ist, die in der Coronakrise täglich Menschenleben retten und alles tun, um die Pandemie zu bekämpfen", schrieb der Golfprofi auf seinen Social-Media-Kanälen .

Kaymer rief mit seiner eigenen Helianthus-Stiftung, die sich für benachteiligte Kinder einsetzt, auf der Crowdfunding-Plattform Gofundme eine Spendenaktion ins Leben. Bis zum Montagmittag hatte sich sein Startkapital bereits auf mehr als 61.000 Euro erhöht. "Mit dem gesammelten Geld möchte ich zu gleichen Teilen konkrete Einrichtungen und Organisationen in Deutschland, Italien und in Südafrika unterstützen. Drei Länder, die mir aus verschiedenen Gründen besonders am Herzen liegen", schrieb Kaymer. So will er unter anderem ein dringend benötigtes Intensivbett mit Beatmungsgerät im Krankenhaus seiner Heimatstadt Mettmann mitfinanzieren.

Reiten: Alle Bundestrainer bleiben bis 2021

10.40 Uhr: Das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) hat die Verträge mit seinen Bundestrainern über den üblichen Vierjahreszeitraum zwischen Olympischen Spielen verlängert. Monica Theodorescu (Dressur), Otto Becker (Springen) und Hans Melzer (Vielseitigkeit) bleiben bis "mindestens nach den Spielen 2021". Das teilte das DOKR mit. Melzer verschiebt damit seinen nach Tokio geplanten Ruhestand und wird im Sommer 2021 die 20 Amtsjahre vollmachen.

"Ich bin sehr froh und dankbar, dass sich alle dazu bekannt haben, den gemeinsamen Weg bis Tokio 2021 weiterzugehen", sagte DOKR-Geschäftsführer Dennis Peiler. Er hoffe außerdem, "dass wir so bald wie möglich auch die finanziellen Aspekte mit DOSB und BMI klären können, die für die Vergabe von Sportfördermitteln an die Spitzensportverbände zuständig sind. Denn über diese Fördermittel werden auch die Bundestrainer finanziert."

sak/mrk/dpa/sid