Coronavirus Italien sagt alle Sportveranstaltungen bis Anfang April ab

Kein Fußball, kein Rad-Klassiker, kein Ski-Training: In Italien werden wegen des Coronavirus alle Sportwettbewerbe bis Anfang April ausgesetzt. Die Serie A muss bei einer Krisensitzung eine Lösung für ihre Spieltage finden.
Auch Geisterspiele wird es in Italien bis April nicht mehr geben

Auch Geisterspiele wird es in Italien bis April nicht mehr geben

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Valerio Pennicino/ Getty Images

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus setzt Italien sämtliche Sportveranstaltungen im Land bis zum 3. April aus. Das sagte Premierminister Giuseppe Conte am Montag. Damit wird auch die höchste italienische Fußballliga Serie A vorerst ihren Spielbetrieb einstellen.

Die italienische Regierung weitete Sperrungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, die zuvor nur für bestimmte Regionen gegolten hatten, auf das ganze Land aus. Die Maßnahme soll helfen, die steigende Zahl von Infizierten und Toten durch die Covid-19-Lungenkrankheit einzudämmen. Mittlerweile haben sich fast 10.000 Menschen angesteckt, mehr als 460 sind gestorben. Die neue Regelung soll ab Dienstag gelten.

"Es gibt keinen Grund, die Sportveranstaltungen fortzusetzen", sagte Conte: "Es tut mir leid, aber alle Tifosi müssen das akzeptieren."

Zuvor hatte bereits das Nationale Olympische Komitee Italiens (Coni) eine Absage aller Sportveranstaltungen bis April gefordert. "Der Schutz der Gesundheit ist die Priorität aller", sagte Coni-Chef Giovanni Malagò. Das Coni ist die Dachorganisation für alle Sportverbände Italiens, auch des Fußballverbandes.

Juventus, SSC Neapel und Atalanta Bergamo spielen noch in der Champions League, Inter Mailand und AS Rom in der Europa League. Wie sich das Verbot Italiens auf die internationalen Wettbewerbe auswirken wird, ist noch unklar. Bergamo spielt am Dienstag in Valencia, Rom am Donnerstag in Sevilla. Inter hätte am Donnerstag ein Heimspiel gegen Getafe FC.

Krisensitzung des italienischen Fußballverbandes

Für die Serie A hat die Maßnahme der Regierung tief greifende Auswirkungen. Drei Spieltage würden bis Anfang April abgesagt beziehungsweise verlegt. Der italienische Verband hat für Dienstag eine Krisensitzung angekündigt.

In Italien wurden seit Ende Februar etliche Spiele verschoben oder vor leeren Rängen ausgetragen, so auch das Spitzenspiel am Sonntag zwischen Meister Juventus Turin und Inter Mailand. Sportminister Vincenzo Spadafora hatte die Entscheidung der Serie A, den Spielbetrieb trotz der Ausbreitung von Sars-CoV-2 fortzusetzen als "unverantwortlich" kritisiert: "Die Fußballwelt fühlt sich gegen die Ansteckungsgefahr immun, man spricht nur von Geld."

Am Montag hatte der italienische Skiverband Fisi wegen des Ausbruchs des neuartigen Coronavirus ab sofort alle Aktivitäten ausgesetzt. Abgesagt wurden neben Wettkämpfen und Reisen von Athleten auch die Trainings - und das auf jedem Wettkampfniveau. Athleten, die sich bereits an Wettkampfstätten befinden oder noch um die Gesamtwertung oder Spezialwertungen mitkämpfen, dürfen diese noch bestreiten.

Zuletzt waren auch Radrennen in Italien abgesagt worden. Für das Eintagesrennen Strade Bianche und den Klassiker Mailand-Sanremo sollten neue Termine gefunden werden.

ptz/dpa/sid
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