Frauenfeindliche Taliban-Gesetze Australien will Männerteam ausladen – wenn Frauen in Afghanistan nicht Cricket spielen dürfen

Die Taliban verbieten Frauen in Afghanistan, den Volkssport Cricket zu betreiben. Ein Unding, findet der australische Verband und kündigt an, die Nationalmannschaft der Männer nicht zum geplanten Testspiel empfangen zu wollen.
Mohammad Nabi im Spiel

Mohammad Nabi im Spiel

Foto: ESPA Photo Agency / imago images/ZUMA Wire

Australien will ein geplantes Cricket-Testspiel gegen die afghanische Nationalmannschaft der Männer absagen – sollte die Taliban-Regierung Frauen nicht erlauben, den Sport auszuüben.

Der australische Fernsehsender SBS zitierte den stellvertretenden Leiter der Kulturkommission der Taliban, Ahmadullah Wasiq, mit den Worten, er glaube nicht, dass Frauen Cricket spielen dürften, weil es »nicht notwendig ist, dass Frauen Cricket spielen«.

Außerdem verstoße es gegen den Islam, wenn Spielerinnen in eine Situation kämen, in der ihr Gesicht und ihr Körper unbedeckt seien. Im Medienzeitalter werde es Fotos und Videos geben, die angeschaut würden: »Der Islam und das islamische Emirat erlauben es Frauen nicht, Cricket zu spielen, oder solche Sportarten auszuüben, bei denen sie entblößt werden.«

»Keine Wahl«

Cricket Australia (CA) teilte daraufhin mit: »Sollten sich die jüngsten Medienberichte bewahrheiten, hätte Cricket Australia keine andere Wahl, als Afghanistan nicht für das geplante Testspiel in Hobart zu empfangen.«

Australien sollte am 27. November in Hobart erstmals ein Testspiel gegen Afghanistan austragen.

Diana Barakzai, Gründerin und erste Trainerin der Nationalmannschaft der Frauen, im Jahr 2014

Diana Barakzai, Gründerin und erste Trainerin der Nationalmannschaft der Frauen, im Jahr 2014

Foto: Mohammad Ismail / REUTERS

Die Förderung des Sports für Frauen sei für den Verband »unglaublich wichtig«, hieß es weiter: »Unsere Vision für Cricket ist, dass es ein Sport für alle ist, und wir unterstützen das Spiel eindeutig für Frauen auf jeder Ebene.«

Auch Australiens Regierung bezeichnete die Haltung der Taliban als »sehr besorgniserregend«. »Wir fordern die internationalen Sportbehörden, einschließlich des International Cricket Council (ICC), auf, sich gegen diese entsetzliche Entscheidung auszusprechen«, teilte Sportminister Richard Colbeck dem Fernsehsender SBS mit.

Der ICC erklärte, man werde das Thema auf der nächsten Sitzung erörtern, die am 17. Oktober im Rahmen der Twenty20-Weltmeisterschaften in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Oman stattfindet. »Trotz der kulturellen und religiösen Herausforderungen in Afghanistan wurden seit der Aufnahme Afghanistans als Vollmitglied des ICC im Jahr 2017 stetige Fortschritte in diesem Bereich erzielt«, hieß es weiter.

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Die australische Regierung hatte 2007 eine Reise nach Simbabwe ob der gewaltsamen Unterdrückung politischer Gegnerinnen und Gegner durch den damaligen Präsidenten Robert Mugabe abgesagt. Zudem hatte Australien von 1971 bis zum Ende der Apartheid nicht gegen Südafrika gespielt.

sak/Reuters
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