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Das Steroidprofil

aus DER SPIEGEL 33/1993

ist eine verfeinerte Methode zur Überführung von Dopingsündern. Dazu wird der Urin von Sportlern über ein halbes Jahr in etwa 14tägigen Intervallen analysiert. Aus den Ergebnissen läßt sich eine Art Personalausweis der körpereigenen Geschlechtshormone wie Testosteron, Epitestosteron und deren Ab- und Umbauprodukten erstellen; jeder Athlet hat sein eigenes unverwechselbares Steroidprofil. Tauchen nun bei späteren Urinproben signifikante Abweichungen von diesen Mittelwerten auf, muß der Sportler zusätzliche Hormonpräparate eingenommen haben - er ist gedopt. Selbst Substanzen, die vor mehreren Monaten geschluckt oder gespritzt wurden, können so nachgewiesen werden. Herkömmliche Kontrollen, die teuer sind und noch immer zu Manipulationen einladen, wären überflüssig. Doch Sportler und Verbände scheuen die neue Methode - zu viele alte Sünden kämen womöglich ans Licht. Bisher hat nur der Internationale Gewichtheberverband die Methode offiziell anerkannt. Wegen hoher natürlicher Hormonschwankungen wird das Steroidprofil bei Frauen nicht angewendet.

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