Langjähriger DFB-Präsident Egidius Braun ist tot

Der Deutsche Fußball-Bund trauert um eine seiner prägenden Figuren: Der ehemalige Präsident und spätere Ehrenpräsident Egidius Braun ist tot. Er wurde 97 Jahre alt.
Egidius Braun (Motiv von 1994)

Egidius Braun (Motiv von 1994)

Foto: Bongarts/ Bongarts/Getty Images

Der deutsche Fußball trauert um Egidius Braun. Der Ehrenpräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verstarb in der Nacht zum Mittwoch im Alter von 97 Jahren. Braun war von Oktober 1992 bis April 2001 DFB-Präsident und zuvor Schatzmeister des Verbandes. Nach seinem gesundheitsbedingten Ausscheiden aus dem Präsidentenamt wurde Braun zum DFB-Ehrenpräsidenten ernannt. Zudem wurde ihm zu Ehren im Juli 2001 die DFB-Stiftung Egidius Braun errichtet.

»Heute ist ein trauriger Tag für alle Fußballerinnen und Fußballer in Deutschland und Europa«, sagte der neue DFB-Präsident Bernd Neuendorf in einer Mitteilung, »mit Egidius Braun verlieren wir einen besonderen Menschen, der sich mit den Möglichkeiten des Fußballs gerade für diejenigen eingesetzt hat, die Unterstützung und Zuwendung brauchen.«

Braun begann seine Funktionärskarriere im Fußball als Präsident des Verbandes Mittelrhein 1973 im Alter von 48 Jahren. 1977 wurde er Schatzmeister des DFB. Nach 15 Jahren in dem Amt stieg er zum achten Präsidenten des mitgliederstärksten Fußball-Verbandes der Welt auf. Er blieb bis zum 28. April 2001 DFB-Chef.

Höchste Auszeichnungen in Mexiko

Bewegt durch Eindrücke im Waisenhaus »Casa de Cuna« in Queretaro während der WM 1986 gründete Braun die Mexiko-Hilfe. 2013 erhielt er vom mexikanischen Botschafter den Verdienstorden »Águila Azteca«, den höchsten Orden Mexikos für ausländische Personen, die nicht Politiker sind.

Seit 2001 gibt es die Egidius-Braun-Stiftung, die heute noch alle zwei Jahre ein Benefiz-Länderspiel veranstaltet.

In seiner Amtszeit erlebte Braun einen Titel: den EM-Sieg 1996. Die Eindrücke der Weltmeisterschaften seiner Amtszeit sind jedoch getrübt. 1994 schickte Braun Nationalspieler Stefan Effenberg nach dessen »Stinkefinger« gegen die Fans nach Hause. Noch viel schwerer bedrückten Braun die Geschehnisse 1998, als deutsche Hooligans in Lens randalierten und den französischen Polizisten Daniel Nivel schwer verletzten.

Braun hatte Rechtswissenschaften und Philosophie studiert und sich vor seiner Karriere beim DFB als Kartoffelgroßhändler einen Namen gemacht. 2006 erlitt Braun einen Schlaganfall. In der Folge trat er nur noch selten in der Öffentlichkeit auf.

luk/sid
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