Zur Ausgabe
Artikel 24 / 104
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

ALKOHOL »Die richtigen Grenzen setzen«

Der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Michael Vesper, 55, über das »alkoholfreie Sportwochenende« am 16. und 17. Juni, zu dem Deutschlands Sportvereine aufgerufen sind
aus DER SPIEGEL 22/2007

SPIEGEL: Die Sportvereine sollen sich mit zwei alkoholfreien Tagen an der Suchtwoche der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beteiligen. Das erinnert an den Formel-1-Rennstall, der für den Klimaschutz wirbt. Ist nicht der Kasten Bier in der Umkleidekabine für viele Jugendliche die Anbahnung eines ersten Rausches?

Vesper: Ich habe die ersten Erfahrungen mit Alkohol als Messdiener gemacht. Es ist also keine Frage des Sports, sondern des Alters und der Gruppen, in denen man sich bewegt. Aber ich bestreite nicht, dass auch in Sportvereinen getrunken wird. Der Kasten Bier hat in der Kabine trotzdem nichts zu suchen.

SPIEGEL: Laut Studien konsumieren jugendliche Vereinszugehörige mindestens so viel Alkohol wie andere Gleichaltrige.

Vesper: Gerade deswegen ist es wichtig, eine solche Aktion zu machen. So kann man für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol sensibilisieren. Es wäre schlimm, so zu tun, als gäbe es entweder gar kein Problem - oder als wäre das Kind schon im Brunnen ertrunken. Es geht darum, die richtigen Grenzen zu setzen: bei der Menge und beim Alter.

SPIEGEL: Wie finden Sie die Bier- oder Champagnerduschen, mit denen Profis werbewirksam ihre Siege feiern?

Vesper: Mein Fall sind diese inszenierten Jubelfeiern nicht. Ich selbst trinke, in Maßen, Champagner lieber, als ihn in der Gegend herumzuspritzen.

Zur Ausgabe
Artikel 24 / 104
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.