Doping bei der WM Nordkorea verzichtet auf Öffnung der B-Probe

Die Frauenfußball-WM hat einen neuen Dopingfall: Zwei Spielerinnen aus Nordkorea sind positiv auf ein anaboles Steroid getestet worden. Der nationale Verband beantragte keine B-Probe - was gemeinhin als Schuldeingeständnis gilt. Nun wird untersucht, ob das gesamte Team betroffen ist. 

Nationalspielerinnen Nordkoreas: "Körpereigene Steroide, die von außen zugeführt wurden"
DPA

Nationalspielerinnen Nordkoreas: "Körpereigene Steroide, die von außen zugeführt wurden"


Hamburg - Die Substanzen sind definitiv verboten: Bei der Frauenfußball-WM in Deutschland haben zwei nordkoreanische Spielerinnen offenbar Mittel der Gruppe "S1.1.B" eingenommen. Das ist das Ergebnis der A-Probe. "Es handelt sich dabei um körpereigene Steroide, die von außen zugeführt worden sind", sagte Detlef Thieme, Leiter des Wada-Labors in Kreischa. Die Welt-Anti-Dopingagentur untersucht die Proben der Nationalspielerinnen.

Der nordkoreanische Verband hat darauf verzichtet, innerhalb der vorgeschriebenen 12-Stunden-Frist eine B-Probe zu beantragen. Experten werten dies gemeinhin als Schuldeingeständnis. Die Fifa will nun aber Klarheit: Sie wird die B-Proben der beiden betroffenen Spielerinnen trotzdem öffnen lassen.

Vom nordkoreanischen Trainerstab oder Verband gab es noch keine Stellungnahme zu dem Vorfall. Das Team ist bereits in die Heimat zurückgekehrt.

Die betroffenen Fußballerinnen, die nach den ersten beiden Partien gegen die USA (0:2)und Schweden (0:1)getestet worden waren, wurden kurzfristig aus der Aufstellung für das letzte Spiel der Asiatinnen gegen Kolumbien (0:0) in Bochum gestrichen. Entsprechend der Regularien des Weltverbands Fifa wurde der gesamte Spielerkader zur Abgabe einer Urin-Probe gebeten. "Das ist ein einmaliger Vorgang bei Weltmeisterschaften", sagte Dr. Jiri Dvorak, Chefmediziner der Fifa.

Schon der zweite Dopingfall bei der Fußball-WM

In den Laboren in Köln und Kreischa soll das Wada-Labor nun herausfinden, ob es in der nordkoreanischen Frauenfußball-Nationalmannschaft systematisches Doping gegeben hat. Wegen des komplexen Analyseverfahrens ist wohl erst in sieben bis zehn Tagen mit einem endgültigen Ergebnis zu rechnen. Für Nordkorea ist die WM bereits nach der Vorrunde beendet. Das Team konnte sich in der Gruppe Cnicht durchsetzen und wurde Dritter hinter Schweden und den USA, die sich beide für das Viertelfinale qualifiziert haben.

Die Frauen-WM hat damit bereits den zweiten Dopingfall: Ein am 25. Juni durchgeführter Test der kolumbianischen Torhüterin Yineth Varon hatte ebenfalls ein positives Ergebnis erbracht, es erfolgte eine provisorische Sperre. Die Spielerin hat nach Angaben des kolumbianischen Verbandes inzwischen die Öffnung der B-Probe beantragt.

"Die Information wird momentan untersucht. Erst wenn Klarheit herrscht, möchte ich darüber sprechen. Wir werden uns zu gegebener Zeit äußern", sagte Kolumbiens Trainer Ricardo Rozo.

chp/bka/dapd/dpa/sid

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Seite 1
majorfabs 07.07.2011
1. Nordkoreanerinnen
Zitat von sysopDie*Frauenfußball-WM*hat*einen neuen Dopingfall: Zwei Spielerinnen*aus Nordkorea*sind positiv*auf ein anaboles Steroid getestet*worden. Der nationale Verband*verzichtet*auf eine B-Probe - was*gemeinhin als Schuldeingeständnis gilt. Nun wird untersucht, ob das gesamte*Team betroffen ist.* http://www.spiegel.de/sport/0,1518,772985,00.html
Arme Gestalten diese Sportlerinnen. Für sie wird es in ihrer Heimat nicht lustig. Aber gut, dass die FIFA, UEFA, DFB etc. hierzu nichts sagen. Es könnte ja die tolle WM stören...
.link 07.07.2011
2. Achja,
...aber im Frauenfußball ist doch immer alles viel fairer und netter und so...
breisig 07.07.2011
3. ..
es ist einfach traurig, dass ein ganzes volk zu leiden hat, weil deren "führer" ein bekloppter ist. ich will gar nicht wissen was dieses frauenteam in der heimat jetzt zu erwarten hat.
z11 07.07.2011
4. _
Zitat von majorfabsArme Gestalten diese Sportlerinnen. Für sie wird es in ihrer Heimat nicht lustig. Aber gut, dass die FIFA, UEFA, DFB etc. hierzu nichts sagen. Es könnte ja die tolle WM stören...
http://de.fifa.com/womensworldcup/organisation/media/newsid=1470847/index.html
stedaros, 07.07.2011
5. Oral Turinabol?
Würde mich nicht wundern, wenn es Oral Turinabol wäre. Das wird zwar nicht mehr in der DDR aber sehr wohl noch in Asien hergestellt. Es wurde früher von Heerscharen von DDR Sportler(innen) genutzt. Nordkorea scheint auf dem Stand der 80er Jahre stehen geblieben zu sein und wird wohl noch nicht wissen, dass man das inzwischen auch nachweisen kann. Meist sind es aber die Trainer oder Ärzte, die den Sportlern die Mittel verabreichen. In dem totalitären System ist das eher wahrscheinlich, als dass sich zwei Spielerinnen das Mittel selbst besorgt haben können. Ich hoffe dass es für die Fußballerinnen gut ausgeht und die Funktionäre "geköpft" werden.
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