»Operation Aderlass« Erfurter Sportmediziner vorzeitig aus Haft entlassen

Es war der größte Dopingprozess in Deutschland seit 20 Jahren: Der Erfurter Arzt Mark Schmidt erhielt eine Haftstrafe von fünf Jahren, jetzt ist er deutlich früher freigekommen.
Mark Schmidt (Mitte) während des Prozesses in München, September 2020

Mark Schmidt (Mitte) während des Prozesses in München, September 2020

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PETER KNEFFEL / AFP

Der verurteilte Erfurter Sportmediziner Mark Schmidt ist wieder auf freiem Fuß. Das bestätigte die zuständige Staatsanwaltschaft München I der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. Zuerst hatte die »Thüringer Allgemeine« über die Entlassung des Arztes berichtet.

Schmidt war im Januar 2021 wegen des jahrelangen Blutdopings an Sportlern und wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Zudem belegte das Gericht Mark Schmidt mit einem Berufsverbot von drei Jahren und einer Geldstrafe von 158.000 Euro.

Schmidt hatte über Jahre ein Dopingnetzwerk aufgebaut

»Der Verurteilte ist zum 16. Mai 2022 bedingt entlassen worden. Er steht für drei Jahre unter Bewährung, danach kann und wird die Strafe erlassen werden, falls alle Auflagen und Weisungen erfüllt wurden und keine neuen Straftaten vorliegen«, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Schmidt hatte über Jahre ein Dopingnetzwerk aufgebaut, auf das Athleten verschiedener Länder und Sportarten zurückgriffen. Betroffen waren unter anderem Sportveranstaltungen wie die Olympischen Spiele 2014, 2016 und 2018, die Tour de France 2018, der Giro d'Italia 2016 und 2018, die Vuelta 2017, die Nordische Ski-WM 2017 sowie weitere diverse Radrundfahrten und Wintersportveranstaltungen. Öffentlich wurde das Vorgehen nach Razzien im Rahmen der »Operation Aderlass« in Erfurt und während der Nordischen Ski-WM 2019 in Seefeld. Schmidt saß seitdem in Untersuchungshaft.

In dem Prozess gegen Schmidt und vier seiner Helfer legten alle fünf – teils umfassende – Geständnisse ab. Im Januar 2021 verhängte das Landgericht München II dann wegen Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz, der unerlaubten Anwendung von Dopingmethoden im Sport und gefährlicher Körperverletzung die Haftstrafe gegen den Mediziner. Das Landgericht hatte Schmidt in 24 Fällen der Anwendung von Dopingmethoden sowie in zwei Fällen des unerlaubten Inverkehrbringens von Arzneimitteln für schuldig befunden.

Da Schmidt unter Anrechnung der Untersuchungshaft zwei Drittel der Strafe verbüßt hat, wurde ihm nun die verbliebene Haftzeit erlassen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

ara/dpa
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