Dopingprozess gegen Erfurter Mediziner Schmidt zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt

Es war der größte Dopingprozess in Deutschland seit 20 Jahren. Der Erfurter Arzt Mark Schmidt ist zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. 2019 war er bei einer Razzia während der Nordischen Ski-WM aufgeflogen.
Mark Schmidt (2.v.l.) beim Prozessbeginn im September 2020

Mark Schmidt (2.v.l.) beim Prozessbeginn im September 2020

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PETER KNEFFEL / AFP

Der Hauptangeklagte Mark Schmidt ist im Dopingprozess um die »Operation Aderlass« zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Das Landgericht München II befand den Erfurter Sportmediziner in 24 Fällen der Anwendung von Dopingmethoden sowie in zwei Fällen des unerlaubten Inverkehrbringens von Arzneimitteln für schuldig. Zudem belegte das Gericht Mark Schmidt mit einem Berufsverbot von drei Jahren und einer Geldstrafe von 158.000 Euro.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer fünfeinhalb Jahre Haft gefordert, die Verteidigung hielt eine Strafe von drei Jahren für angemessen. Der knapp vier Monate dauernde Prozess war der erste große »Stresstest« für das 2015 verabschiedete Antidopinggesetz.

Auch die Mitangeklagten wurden verurteilt. Dirk Q. bekam zwei Jahre und vier Monate, die Krankenschwester Diana S. ein Jahr und vier Monate auf Bewährung. Der Rettungssanitäter Sven M. (328 Tage à 20 Euro) und der Vater des Hauptangeklagten (280 Tagessätze à 35 Euro), erhielten Geldstrafen. Gegen die Urteile sind Rechtsmittel möglich, sie sind noch nicht rechtskräftig.

Am 27. Februar 2019 fanden im Rahmen der »Operation Aderlass« Razzien bei der nordischen Ski-WM in Seefeld und in Deutschland statt. Schmidt sitzt seitdem in Untersuchungshaft, die Zeit wird auf seine Haftstrafe angerechnet.

Insgesamt verwickelt waren 23 Sportler aus acht Ländern. Betroffen waren unter anderem Sportveranstaltungen wie die Olympischen Spiele 2014, 2016 und 2018, die Tour de France 2018, der Giro d'Italia 2016 und 2018, die Vuelta 2017, die nordische Ski-WM 2017 sowie weitere diverse Radrundfahrten und Wintersportveranstaltungen.

mfu/dpa
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