Nach Dopingsperre für US-Sprinterin Richardson Wada will Status von Cannabis als verbotene Substanz prüfen

Cannabis als Dopingmittel war in die Schlagzeilen geraten, als US-Sprinterin Sha’Carri Richardson wegen Marihuanakonsums Oympia verpasst hatte. Nun denkt die Welt-Anti-Doping-Agentur über eine Änderung des Regelwerks nach.
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Patrick Smith / Getty Images

Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada wird den Status von Cannabis auf ihrer Liste der verbotenen Substanzen überprüfen. Nach einer Sitzung des Exekutivkomitees der Wada in Istanbul teilte die globale Anti-Doping-Behörde mit, dass im kommenden Jahr eine wissenschaftliche Untersuchung der Droge durchgeführt werden soll. 2022 bleibe Cannabis aber verboten.

»Nach dem Eingang von Anträgen einer Reihe von Interessenvertretern hat das Exekutivkomitee die Entscheidung der beratenden Expertengruppe für die Liste gebilligt, im Jahr 2022 eine wissenschaftliche Überprüfung zum Status von Cannabis einzuleiten«, hieß es in einer Wada-Erklärung.

Cannabis als Dopingmittel war vor Olympia in die Schlagzeilen geraten, als US-Sprinterin Sha’Carri Richardson bei den US-Trials in Eugene/Oregon positiv auf Marihuana getestet wurde und damit die Sommerspiele in Tokio verpasste. Richardson war 30 Tage gesperrt worden. Marihuana wird aus der Cannabis-Pflanze gewonnen.

Die 21-Jährige hatte den Konsum der Droge eingeräumt. In der »Today«-Show des TV-Senders NBC  nannte sie einen »Zustand emotionalen Schmerzes«, den die Nachricht vom Tod ihrer leiblichen Mutter verursacht habe, als Grund. »Ich entschuldige mich dafür, dass ich während dieser Zeit nicht wusste, wie ich meine Emotionen kontrollieren oder mit meinen Emotionen umgehen sollte«, sagte die Sprinterin.

Richardsons Suspendierung hatte unter US-Sportlerinnen und -Sportlern für viel Kritik und Aufsehen gesorgt, auch weit über die Grenzen der Leichtathletik hinaus. Der US-Verband teilte mit, dass er »unglaublich mitfühlend« sei wegen der Umstände. Allerdings müsse man den anderen Athletinnen gegenüber fair bleiben, die ihrerseits für den Traum einer Olympiateilnahme gearbeitet hätten.

Zuletzt hatte sich auch Sebastian Coe, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics, für eine Überprüfung von Cannabis als verbotene Substanz ausgesprochen.

ara/sid/dpa

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