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TRIATHLON Einstieg ins Abenteuer

aus DER SPIEGEL 16/2007

Einer der derzeit größten deutschen Athleten war als Kind ein dicker Junge. Weil ihn seine Großeltern mit »Schnitzel, Kuchen und Süßigkeiten« verwöhnten, litt der ehemalige Triathlon-Weltmeister Faris al-Sultan als Teenager an Übergewicht. Allein die Angst, kein Mädchen abzubekommen, trieb ihn zum Sport. Mit diesem Eingeständnis beginnt das Buch »Triathlon« des Ironman-Hawaii-Gewinners von 2005, das sich auch sonst abhebt von herkömmlicher Sporthelden-Prosa. Der König der Ausdauersportler will nämlich nicht als Titan rüberkommen - und schildert zum Beispiel lieber, wie er beim Schwimmtraining von 14-jährigen Mädchen überholt wird. Mit einfachen Tipps, etwa dem idealen Reifendruck beim Radfahren, und detaillierten Trainingsplänen liefert Sultans Buch vor allem Anfängern eine Anleitung zum Einstieg ins Triathlon-Abenteuer. In einem langen Kapitel richtet sich der Autor aber auch an jene, die die Sache womöglich mit zu viel Ehrgeiz angehen. Doping, schreibt Sultan, sei für ihn »ein Zeichen von Schwäche«. Von der Politik fordert er, das Problem nicht länger »mit Samthandschuhen« anzufassen. Ein deutlicheres Bekenntnis für ein Anti-Doping-Gesetz war bislang noch von keinem deutschen Spitzensportler zu hören.

Faris al-Sultan: »Triathlon«. Südwest Verlag, München; 192 Seiten; 19,95 Euro.

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