Deutscher Eishockey-Bund Staatsanwaltschaft fordert Gutachten über Ermittlungen gegen Präsident Reindl an

Kommenden Mittwoch wollte der DEB die Ergebnisse einer internen Untersuchung zu Vorwürfen gegen seinen Präsidenten Franz Reindl vorstellen. Daraus wird nichts: Die Staatsanwaltschaft München will das Gutachten zuerst sehen.
DEB-Präsident Franz Reindl

DEB-Präsident Franz Reindl

Foto: Tobias Hase / dpa

Die Staatsanwaltschaft München steigt nach einer Strafanzeige des hessischen Eishockey-Chefs Hendrik Ansink tiefer in die Ermittlungen gegen den Präsidenten des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), Franz Reindl, ein.

Nach Informationen des SPIEGEL und der »Augsburger Allgemeinen« sagte der DEB eine für den kommenden Mittwoch geplante Informationsveranstaltung für Mitglieder ab, bei der die Ergebnisse einer internen Untersuchung zu Vorwürfen gegen Reindl vorgestellt werden sollten.

Die Präsentation des Gutachtens der Kölner Strafrechtskanzlei Verte müsse ausfallen, weil die Staatsanwaltschaft München die Ergebnisse angefordert habe und zuerst informiert werde, hieß es in der Begründung. Man kooperiere mit der Staatsanwaltschaft und stimme alle Schritte zunächst mit ihr ab.

In der Sache geht es um die Frage, ob Reindl in der Vergangenheit mit einer Doppelrolle in einen Interessenkonflikt geraten und Untreue zulasten des Verbands begangen haben könnte.

Reindl war mehrere Jahre sowohl ehrenamtlicher DEB-Präsident als auch bezahlter Geschäftsführer einer DEB-Tochter. Diese Tochter hatte von Geldern des Schweizer Sportvermarkters Infront profitiert, mit dem Reindl als Präsident auch über die Vermarktung des DEB verhandelte. Reindl bestreitet wie Infront, zum Nachteil des Verbands gehandelt zu haben.

Unterdessen streben die Verbandsrebellen rund um Ansink eine außerordentliche Mitgliederversammlung an. Dafür ist die Unterstützung von 25 Mitgliedsorganisationen wie Landesverbänden oder Vereinen der Eishockeyligen nötig.

Ob Reindl vor dem Hintergrund der Entwicklungen noch einmal als Präsidentschaftskandidat bei den anstehenden Wahlen im Sommer antritt, hat er bisher offengelassen.

amp
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