Deutscher Eishockey-Bund Präsident Reindl verzichtet auf erneute Kandidatur

Dem Deutschen Eishockey-Bund steht ein grundlegender Umbruch bevor: Neben Verbandsboss Franz Reindl werden auch weitere Präsidiumsmitglieder ihr Amt zur Verfügung stellen.
DEB-Chef Franz Reindl

DEB-Chef Franz Reindl

Foto: Tobias Hase / dpa

Der Deutsche Eishockey-Bund DEB steht vor einem Neuanfang: Präsident Franz Reindl und zwei weitere Präsidiumsmitglieder haben ihren Verzicht auf eine erneute Kandidatur angekündigt.

Der Abgang Reindls hatte sich angedeutet, bekannt gegeben hat ihn der DEB am 14. April in einer Pressemitteilung. 

Auch Vizepräsident Daniel Hopp und Schatzmeister Berthold Wipfler haben mitgeteilt, dass sie auf der Mitgliederversammlung am 7. Mai in München nicht wieder antreten wollen. Ihren Verzicht teilten die Funktionäre am 13. April in einem Brief an die Mitglieder mit.

Reindl war nach Enthüllungen des SPIEGEL und der »Augsburger Allgemeinen« über Nebengeschäfte mit dem Sportvermarkter Infront und einen damit verbundenen Interessenkonflikt unter Druck geraten.

»Mit großem Stolz und Dankbarkeit blicke ich zurück auf knapp acht bewegte, erfolgreiche Jahre als Präsident und insgesamt auf mehr als 30 Jahre beim DEB in unterschiedlichsten Verantwortungsbereichen«, formuliert Reindl in dem Brief vom 13. April. Jetzt gelte es, »in die Zukunft zu schauen und den DEB in der Führung neu aufzustellen«.

Acht Jahre im Präsidium

Reindl kündigte darüber hinaus an, er werde künftig seinen »internationalen Aufgaben weiter nachgehen und meiner Familie mehr Zeit widmen«. Reindl ist Mitglied des Vorstands (Council) des Eishockey-Weltverbands und hatte an sich vorgehabt, dessen Präsident zu werden. Bei der Wahl im Vorjahr war er jedoch überraschend gescheitert.

Wie Reindl hatten auch Hopp und Wipfler dem DEB-Präsidium für acht Jahre angehört. Das vierte Präsidiumsmitglied Marc Hindelang hat im Gegensatz zu seinen drei Kollegen seine Bereitschaft für eine weitere Amtszeit erklärt.

Reindl war in die Kritik geraten, weil er von 2014 bis 2020 gleichzeitig ehrenamtlicher Präsident des DEB und bezahlter Geschäftsführer der DEB Eishockey-Sportgesellschaft mbH war. Die war bis 2018 eine gemeinsame Tochter von DEB und Infront. Mit dem Verdacht des Interessenkonflikts hatte sich danach ein vom DEB bestelltes Gutachten einer Rechtsanwaltskanzlei beschäftigt – Reindl wurde darin entlastet, das Gutachten ließ aber mehrere Fragen offen. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen Reindl wegen des Verdachts der Untreue zulasten des DEB.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, der Rücktritt Reindls stehe nach SPIEGEL-Informationen bevor, sei aber noch nicht offiziell verkündet worden. Richtig ist allerdings, dass es bereits am 14. April eine Mitteilung des Verbands gab, in der diese Personalien angekündigt wurde.

aha
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