Vor Wechsel in die NHL Eishockey-Torwart Fedotow in Russland festgenommen

Iwan Fedotow ist ein Star im russischen Eishockey. Der Torhüter wollte zu den Philadelphia Flyers wechseln. Nun ist er in Gewahrsam genommen worden. Offizieller Grund: Verweigerung des Militärdienstes.
Iwan Fedotow im Trikot der russischen Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Peking

Iwan Fedotow im Trikot der russischen Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Peking

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Matt Slocum / AP

Der russische Eishockey-Nationaltorwart Iwan Fedotow ist in Sankt Petersburg festgenommen worden. Russische Medien bestätigen die Festnahme und berichten, Fedotow habe sich dem Militärdienst verweigert und soll unmittelbar nach Verlassen einer Trainingshalle zum Einberufungsbüro der russischen Armee gebracht worden sein. Als erstes hatte die russische Online-Zeitung Fontanka  davon berichtet.

Andere Quellen berichten jedoch, die Festnahme stünde im Zusammenhang mit Fedotows bevorstehendem Wechsel in die NHL. Der Torhüter war 2015 von den Philadelphia Flyers gedraftet worden, spielte aber weiter in Russland. In der kommenden Saison (Start am 11. Oktober) soll er in die beste Eishockeyliga der Welt wechseln und für Philadelphia aufs Eis gehen, seinen Vertrag bei den Flyers unterschrieb er Anfang Mai.

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Ein offizielles Statement der Flyers gibt es noch nicht, doch Chuck Fletcher – General Manager des Klubs – ließ folgende Äußerung verbreiten: »Wir sind uns der Berichte bewusst und untersuchen die Situation. Wir haben zu diesem Zeitpunkt keinen weiteren Kommentar abzugeben.«

Soll Fedotow bei ZSKA bleiben?

Sollte Fedotow an dem Wechsel in die USA gehindert werden, könnte der Fall zu einem Politikum werden. Die Beziehungen zwischen der NHL und der russischen Eishockey-Liga KHL sind seit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine belastet. Die NHL hat die Kommunikation mit Offiziellen, Spielern oder Agenten untersagt. In der kommenden Woche wird der NHL-Draft durchgeführt, der 18-jährige Danila Jurow gehört zu den vielversprechendsten Talenten, die den Weg in die NHL wagen könnten.

Im Fall von Fedotow wird darüber spekuliert, ob die Vorwürfe der angeblichen Militärdienstverweigerung dazu genutzt werden könnten, ihn zu einer erneuten Vertragsunterzeichnung bei seinem bisherigen Klub ZSKA Moskau zu zwingen.

Fedotow hatte im Februar mit der russischen Nationalmannschaft die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Peking gewonnen. In der KHL wurde er in der vergangenen Saison als bester Torhüter ausgezeichnet.

Fedotow ist nicht der einzige Sportler, der mit den russischen Behörden aneinandergeraten ist. Die WNBA-Spielerin Brittney Griner wurde Anfang des Jahres in Russland verhaftet und musste wegen angeblicher Drogenvergehen ins Gefängnis. Der Prozess gegen Griner hat in dieser Woche begonnen. Kritiker befürchten, Russland könne an ihr ein politisches Exempel statuieren.

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