Wegen Kokainkonsum Eishockey-Star Kusnezow für vier Jahre gesperrt

Jewgeni Kusnezow zählt zu den besten Eishockey-Spielern der Welt. Weil er positiv auf Kokain getestet wurde, hat ihn der Weltverband für vier Jahre gesperrt. Die NHL will den russischen Star nicht fallen lassen.

Bei der WM in der Slowakei kam Jewgeni Kusnezow auf zwei Tore und zwei Vorlagen
Getty Images

Bei der WM in der Slowakei kam Jewgeni Kusnezow auf zwei Tore und zwei Vorlagen


Der russische Eishockey-Spieler Jewgeni Kusnezow von den Washington Capitals hat vom Weltverband IIHF eine Sperre über vier Jahre bis zum 12. Juni 2023 erhalten. Bei einer Dopingkontrolle während der WM im Mai war dem 27-Jährigen Kokainkonsum nachgewiesen worden, teilte der Verband am Freitag mit. Kusnezow hatte auf die Analyse seiner B-Probe verzichtet und war am 13. Juni vorläufig gesperrt worden.

Die Capitals erklärten, Kusnezow habe "freiwillig Hilfe durch das Bildungs- und Beratungsprogramm" der nordamerikanischen Profiliga NHL gesucht und "einem regelmäßigen Testprotokoll" zugestimmt. Man werde mit der Liga in Kontakt bleiben, "wenn sie ihre nächsten Schritte festlegt".

Auch die NHL reagierte mit einer Mitteilung auf das positive Testergebnis. Anders als bei der IIHF werde Kokain demnach nicht als leistungssteigerndes Medikament bewertet und zähle daher nicht zu den verbotenen Substanzen im Rahmen des NHL-Programms. "Stattdessen gilt als Missbrauchs-Droge, auf die getestet wird und für die in geeigneten Fällen eine Intervention, Bewertung und obligatorische Behandlung erfolgen kann", hieß es in dem Statement.

Kusnezow habe einem Treffen mit dem NHL-Chef Gary Bettman zugestimmt, um seine Situation zu besprechen. Dieses Gespräch wolle man erst abwarten, bevor man Angaben über mögliche zusätzliche Maßnahmen mache.

Video hatte Kusnezow unter Verdacht gestellt

Wenige Tage nach der WM war im Internet ein Video aufgetaucht, das ihn neben einem Tisch zeigte, auf dem zwei Linien aus weißem Pulver und ein zusammengerollter Geldschein lagen. Der Center sagte gegenüber "sport-express.ru", die Aufnahmen seien im Sommer 2018 in Las Vegas nach dem Gewinn des Stanley Cups entstanden. Er habe schnellstmöglich den Raum verlassen, nachdem er merkwürdige Substanzen und ihm unbekannte Frauen gesehen habe. Kusnezow behauptete, noch nie Drogen konsumiert zu haben, die Capitals akzeptierten diese Erklärung zunächst.

Auch die NHL erklärte den Fall zunächst für "offiziell abgeschlossen". Demnach hätte es keinen Anlass gegeben, an Kusnezows Worten zu zweifeln. In der NHL wird Spielern, die positiv auf Drogen wie Kokain oder Cannabis getestet wurden, eine Behandlung im Rahmen des offiziellen Gesundheitsprogramms empfohlen, sie ist aber nicht verpflichtend.

mrk/dpa/sid



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