Deutsche Eishockey-Liga Krefeld Pinguine erster DEL-Absteiger seit 16 Jahren

Die Krefeld Pinguine stehen als Absteiger aus der DEL fest. Ein 1:6 in Mannheim macht alle Hoffnungen zunichte – der Traditionsklub will aber wegen zahlreicher Spielausfälle womöglich vors Schiedsgericht ziehen.
Die Krefeld Pinguine gegen Schwennigen (in weiß, Archivbild)

Die Krefeld Pinguine gegen Schwennigen (in weiß, Archivbild)

Foto: IMAGO/Eibner-Pressefoto / IMAGO/Eibner

Der zweimalige deutsche Eishockey-Meister Krefeld Pinguine muss nach 31 Jahren in die Zweitklassigkeit. Nach der deutlichen 1:6 (0:1, 1:3, 0:2)-Niederlage am Mittwoch bei Adler Mannheim steht der Champion von 1952 und 2003 vorzeitig als erster sportlicher Absteiger aus der Deutschen Eishockey Liga seit 16 Jahren fest. Damals waren die Kassel Huskies aus der DEL abgestiegen.

Durch die Niederlage besteht für die Pinguine keine Hoffnung auf eine Rettung mehr – die hätte nur bei einem Sieg weiter gelebt. »Wenn man so eine Leistung zeigt, dann hat man auch keine Hoffnung mehr. Wir können nicht einfach nur rumfahren und zugucken«, schimpfte Angreifer Alexander Blank bereits in der zweiten Drittelpause beim Streamingdienst MagentaSport.

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Da hatte der Titelfavorit, der nach zuletzt drei Niederlagen auf Rang fünf zurückgefallen war und sich deshalb am Montag von Trainer Pavel Gross getrennt hatte, den Rheinländern bereits vier Gegentore eingeschenkt. Ruslan Iskhakow (3. und 23. Minute), Nigel Dawes (24.) und Markus Eisenschmid (31.) hatten getroffen. Auch im Schlussdrittel änderte sich an der hoffnungslosen Unterlegenheit vor 6176 Zuschauern nichts mehr. David Wolf (45.) und Tim Wohlgemuth (59.) sorgten für klare Verhältnisse unter dem neuen Coach Bill Stewart, der die Adler möglichst wie vor 21 Jahren wieder zum Meistertitel führen soll.

Nur ein Treffer von Michael Hoeffel (26.) war zu wenig für die Pinguine, die an den letzten beiden Vorrundenspieltagen den letzten Tabellenplatz nun nicht mehr verlassen können. »Das ganze Spiel war einfach nur peinlich. Das spiegelt ein bisschen die ganze Saison wieder«, sagte Abwehrspieler Dominik Tiffels. »Als Spieler will man so etwas nicht erleben.«

Dem ersten Abstieg aus der Eliteliga seit dem Aufstieg 1991 in die damalige Bundesliga ging ein schleichender Niedergang voraus. Seit Jahren schon gehören die notorisch klammen Rheinländer zu den schwächsten Teams der Liga. Obwohl der selbstbewusste 25 Jahre alte Geschäftsführer Sergej Saweljew Großes mit dem Heimatklub der einstigen NHL-Größe Christian Ehrhoff vorhatte, krebste der KEV ausgerechnet in der Saison, in der die DEL wieder einen Absteiger ermittelt, am Tabellenende herum.

Dass die Liga trotz der anhaltenden Coronavirus-Pandemie und etlicher ausgefallener Spiele daran festhielt, empfinden die Pinguine auch als ungerecht. Saweljew hatte zuletzt angekündigt, im Falle eines Abstiegs vor das DEL-Schiedsgericht ziehen zu wollen.

ara/dpa