In Finnland Deutschland scheitert bei Eishockey-WM im Viertelfinale

Die Eishockey-WM ist für das deutsche Team vorbei. Nichts wurde es mit der angestrebten Revanche gegen die Tschechen. Nach Strafzeiten war ein spätes Tor von Moritz Seider zu wenig.
Der Tscheche David Krejčí feiert sein Tor zum 3:0-Zwischenstand im Viertelfinale gegen Deutschland

Der Tscheche David Krejčí feiert sein Tor zum 3:0-Zwischenstand im Viertelfinale gegen Deutschland

Foto: IMAGO / IMAGO/ActionPictures

Für Deutschlands Eishockeyteam sind die Hoffnungen auf die erste WM-Medaille seit 69 Jahren vorzeitig zerschellt. Mit dem 1:4 (0:2, 0:1, 1:1) gegen Tschechien war schon im Viertelfinale bei der Weltmeisterschaft in Finnland Schluss. Strafzeiten und Pfostentreffer machten jegliche Chance zunichte. Ein Jahr nach dem Halbfinalcoup von Riga konnte die Auswahl von Bundestrainer Toni Söderholm den Rückenwind der starken Vorrunde nicht nutzen, Moritz Seiders Treffer in der 54. Minute kam zu spät und war zu wenig.

Immerhin hatte die DEB-Auswahl zuvor mit der besten WM-Vorrunde einer deutschen Mannschaft den enttäuschenden Eindruck des frühen Scheiterns bei Olympia korrigiert. Doch eine frühe Strafzeit für den Münchner Stürmer Yasin Ehliz und der schön herausgespielte Überzahltreffer des tschechischen NHL-Stars David Pastrňák in der dritten Minute wirkten gleich als Dämpfer.

Die mit neun NHL-Profis verstärkten Tschechen nutzten auch die zweite Überzahl eiskalt. Roman Červenka schloss eine feine Kombination zum 2:0 (11.) ab, als der Düsseldorfer Stürmer Daniel Fischbuch auf der Strafbank saß. Dabei hatten die Deutschen zuvor noch die wenigsten Strafzeiten aller Teams im Turnier gehabt und sich damit selten durch Unterzahlsituationen in die Bredouille gebracht.

Schon Mitte des ersten Drittels deutete wenig darauf hin, dass die deutsche Mannschaft die Bilanz von zuvor nur vier Siegen in 31 WM-Partien gegen die tschechische Auswahl aufbessern könnte. Die Revanche für das bittere Aus vor drei Jahren beim 1:5 im WM-Viertelfinale von Bratislava lag in weiter Ferne.

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Erst am Ende des ersten Abschnitts kamen Söderholms Schützlinge zu Torchancen, Angreifer Lukas Reichel aus der zweitklassigen nordamerikanischen Profiliga AHL traf nur den Pfosten (19.). Es folgte die nächste Strafe und der nächste Nackenschlag. Verteidiger-Routinier Korbinian Holzer musste raus, David Krejčí traf zum 3:0 (33.). Dass Eisbären-Angreifer Marcel Noebels kurz darauf wieder am Pfosten scheiterte, passte zum gebrauchten Tag der Deutschen. »Wir hatten zu viel Respekt«, räumte NHL-Jungstar Moritz Seider von den Detroit Red Wings vor dem Schlussdrittel ein.

Neun Minuten vor Ende ging Söderholm dann voll ins Risiko, nahm bei Überzahl Keeper Philipp Grubauer zugunsten eines weiteren Angreifers vom Eis. Der Lohn war Seiders Fernschusstor zum 1:3. Die Wende aber gelang nicht mehr. Jiří Smejkal (59.) traf noch ins leere Tor.

Neben Tschechien auch Kanada im Halbfinale

Im Parallelspiel hat Titelverteidiger Kanada mit einer furiosen Aufholjagd die Chance auf sein 28. WM-Gold gewahrt. Das Team bezwang den elfmaligen Weltmeister Schweden nach 0:3-Rückstand noch mit 4:3 (0:2, 0:1, 3:0, 1:0) nach Verlängerung.

Carl Klingberg (2.), William Nylander (8.) und Max Friberg (29.) hatten die Schweden deutlich in Führung gebracht. Ryan Graves (42.), Pierre-Luc Dubois (59.) und Mathew Barzal (59.) erzwangen die Overtime, in der Drake Batherson nach 43 Sekunden für die Entscheidung sorgte.

In den anderen beiden Viertelfinalspielen trifft die Schweiz auf die USA sowie Finnland auf die Slowakei (jeweils 19.20 Uhr).

vgl/dpa/sid