Streiks im US-Sport Nun protestiert auch die NHL

Als in den anderen Sportligen Streiks begannen, hielten sich die Eishockey-Profis noch zurück. Doch inzwischen regt sich auch in der NHL Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt.
Schon vor den Streiks gab es Anti-Rassismus-Botschaften in der NHL

Schon vor den Streiks gab es Anti-Rassismus-Botschaften in der NHL

Foto: Jason Franson / dpa

Athletinnen und Athleten aus vier verschiedenen US-Ligen streikten am Mittwoch. Sportlerinnen und Sportler der Basketball-Liga NBA, der Basketball-Liga für Frauen WNBA, der Major League Baseball und der Major League Soccer machten mit ihrem Protest auf die jüngste Gewalttat von Polizisten gegen einen schwarzen Amerikaner aufmerksam. Von den großen aktiven US-Ligen machte nur die Eishockey-Liga nicht mit - bis heute.

Der 29 Jahre alte Familienvater Jacob Blake war am Sonntag im US-Bundesstaat Wisconsin durch Schüsse der Polizei in seinen Rücken schwer verletzt worden.

Die NHL hat die für Donnerstag und Freitag angesetzten Playoff-Spiele verlegt, die Partien sollen am Wochenende nachgeholt werden. Ursprünglich sollten vier Begegnungen stattfinden: Die New York Islanders mit dem deutschen Nationaltorhüter Thomas Greiss gegen die Philadelphia Flyers sowie die Vancouver Canucks gegen die Vegas Golden Knights, Tampa Bay gegen die Boston Bruins und Colorado Avalanche gegen die Dallas Stars.

Die Spiele würden verlegt, weil alle Spieler der acht Teams "aus Protest gegen systematischen Rassismus und Polizeibrutalität beschlossen haben, nicht zu spielen", hieß es in der Stellungnahme der NHL .

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Der NHL-Entscheidung vorausgegangen waren Gespräche zwischen der Liga und den Spielern. Der Co-Chef der Hockey Diversity Alliance, Evander Kane, hatte einen formellen Antrag der Gruppe an die NHL gestellt, alle Playoff-Spiele am Donnerstag auszusetzen. "Wir sind der festen Überzeugung, dass dies eine klare Botschaft aussendet, dass die Menschenrechte Vorrang vor dem Sport haben", schrieb er bei Twitter.

Die Hockey Diversity Alliance war im Juni nach dem Tod des schwarzen Amerikaners George Floyd durch Polizeigewalt in Minnesota von schwarzen Spielern gegründet worden.

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Die Protestwelle hatten am Mittwoch die Basketballer der Milwaukee Bucks ausgelöst, die nicht zum Spiel gegen die Orlando Magic angetreten waren. Tennisspielerin Naomi Osaka sagte ihr Halbfinale beim Turnier in New York zunächst ebenfalls aus Protest ab. Dagegen hatte die NHL ihre Mittwoch-Spiele durchgeführt.

ptz/dpa/sid