Chinesisches Eishockey-Aufgebot für Olympia 25 Spieler – dreizehn in Kanada geboren, drei in den USA und einer in Russland

Chinas Eishockey-Team bei den Olympischen Spielen tritt im eigenen Land mit 17 eingebürgerten Spielern an. Lange stand im Raum, dass das mutmaßlich chancenlose Team überhaupt nicht antritt.
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Mit 16 Spielern, die in Nordamerika geboren wurden, geht Gastgeber China in das Eishockeyturnier der Olympischen Spiele in Peking. 13 Spieler aus dem 25-köpfigen Kader stammen aus Kanada, drei aus den USA. Hinzu kommt noch einer aus Russland. Sie alle haben die chinesische Staatsbürgerschaft angenommen.

Von den Spielern trägt Jake Chelios den prominentesten Namen. Der 30-Jährige ist der Sohn der NHL-Legende Chris Chelios, der 26 Jahre lang in der besten Eishockeyliga der Welt spielte. Chelios junior, der es immerhin auf fünf Spiele für die Detroit Red Wings brachte, steht seit 2019 beim chinesischen KHL-Klub Kunlun Red Star unter Vertrag.

Mehr Erfahrung hat da Brandon Yip. Der 36-Jährige absolvierte 174 Spiele in der NHL, Torhüter Jeremy Smith brachte es auf zehn Spiele in der nordamerikanischen Liga. Gelistet wurden die Spieler übrigens unter chinesischen Namen: Ty Schulz, Sohn eines deutschen Vaters und einer chinesischen Mutter, wird dort etwa als Zheng Enlai geführt.

Der Olympiakader setzt sich komplett aus dem Kunlun-Team zusammen, einem Team mit chinesischen Besitzern, das am Spielbetrieb der russischen KHL teilnimmt – wegen Corona trug der Klub seine Heimspiele zuletzt in Moskau aus. Von der letzten WM 2019 in der viertklassigen Division IIA sind nur sechs Spieler übriggeblieben.

Zweistellige Niederlagen werden erwartet

Erst im November hatte der Eishockey-Weltverbandes IIHF entschieden, dass China als Gastgeber beim Männerturnier in Peking tatsächlich antreten darf. Es hatte Befürchtungen gegeben, dass das Team zu schlecht sei: Der 32. der Weltrangliste ist sportlich chancenlos, zweistellige Niederlagen werden von einigen Experten erwartet.

Um einigermaßen mithalten zu können, wurde ganz auf die Kunlun-Spieler gesetzt, die allerdings in der KHL mit großem Abstand Tabellenletzte sind. China ist am 12. Februar in Peking zweiter Vorrundengegner der deutschen Nationalmannschaft. Auch die USA, die allerdings ohne NHL-Stars antreten, und Kanada sind in der Gruppe.

bka/sid/Reuters