Eishockey-WM Siegeszug des DEB-Teams geht auch gegen Kanada weiter

Drittes Spiel, dritter Sieg: Gegen Kanada ohne seine großen Stars hat das deutsche Eishockeyteam seine bislang makellose WM-Bilanz gewahrt. Diesmal war es allerdings ein Zittersieg.
Auch Team Canada kann die DEB-Auswahl nicht stoppen

Auch Team Canada kann die DEB-Auswahl nicht stoppen

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TOMS KALNINS / EPA

Bei der Eishockey-WM der Überraschungen ist der deutschen Nationalmannschaft ein historischer Sieg gelungen. Nach seinem perfekten Turnierstart mit zwei Siegen in 22 Stunden bezwang das Team von Bundestrainer Toni Söderholm auch den 26-maligen Weltmeister Kanada 3:1 (2:1, 0:0, 1:0) und feierte den ersten WM-Sieg gegen das Eishockey-Mutterland seit 25 Jahren.

Mit einer vor allem kämpferischen Steigerung gegenüber dem 9:4 gegen Italien und dem 5:1 gegen Norwegen unterstrich die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) ihre Medaillenambitionen in Riga. Mit einem weiteren Erfolg am Mittwoch (15.15 Uhr, TV Sport1) gegen Aufsteiger Kasachstan könnte der Tabellenführer der Gruppe B bereits den Einzug ins Viertelfinale perfekt machen.

Die Mannheimer Stefan Loibl (11.) und Matthias Plachta (12.) sowie ihr künftiger Klub-Kollege Korbinian Holzer (58.) erzielten die Tore zum erst dritten Sieg im 39. WM-Duell für die DEB-Auswahl, bei der Jungstar Lukas Reichel nicht wie in den ersten beiden Partien zum Zug kam. Für den stark verbesserten Weltranglistenersten, der zuvor bereits gegen Lettland (0:2) und die USA (1:5) verloren hatte, traf Nick Paul (19.). Neben den Kanadiern waren auch schon die Favoriten Schweden, Finnland und Russland gegen vermeintlich Kleine ausgerutscht.

Kanada mit dem jüngsten WM-Team

Beim letzten deutschen WM-Sieg gegen Kanada 1996 in Wien hatten noch Lukas Reichels Vater Martin, Leon Draisaitls Vater Peter und Torjäger Dieter Hegen auf dem Eis gestanden. Gutes Omen: Auf dem Weg zum sensationellen Olympia-Silber 2018 hatte das DEB-Team die Kanadier im Halbfinale 4:3 besiegt.

»Wir wollen das Spiel gewinnen, keine Frage«, hatte Verteidiger Moritz Seider selbstbewusst gesagt: »Die Letten haben es vorgemacht, jetzt sind wir am Zug.« Im letzten Duell vor zwei Jahren hatte es noch eine 1:8-Pleite gegeben. Damals allerdings waren noch mehrere NHL-Topspieler dabei, diesmal bietet Kanada das jüngste WM-Team auf.

Die Kanadier, die erst in der insgesamt 111. Minute ihr erstes Turniertor geschossen hatten, begannen mit Wut im Bauch und Druck auf das deutsche Tor. Mathias Niederberger agierte gewohnt souverän und machte die Chancen zunichte.

Die Tore fielen allerdings auf der anderen Seite: Loibls Führungstor nach starker Vorarbeit des zweimaligen Stanley-Cup-Siegers Tom Kühnhackl folgte nur 38 Sekunden später das 2:0 durch Plachtas abgefälschten Schuss, bereits sein drittes Turniertor. Kanadas Coach Gerard Gallant nahm erst mal eine Auszeit, um seine Mannschaft neu einzustellen. Noch vor der ersten Drittelsirene gelang Paul der Anschlusstreffer.

Das Spiel wurde nun härter, die Deutschen überstanden im zweiten Drittel zweimal zwei Minuten in 3:5-Unterzahl mit großem kämpferischen Einsatz. »Unglaublich, wie sich jeder in die Schüsse reinwirft«, sagte Loibl bei Sport1. Der Druck der Kanadier wuchs, doch Niederberger war immer wieder Endstation. Holzer schob den Puck dann ins leere kanadische Tor.

aha/sid