Sportkardiologie über Gefahren von Corona »Sie spüren das Herz nicht und trainieren einfach weiter«

Eine Herzmuskelentzündung nach Corona-Infektion kann Sportler das Leben kosten. Kardiologe Martin Halle spricht über falschen Ehrgeiz und Ärzte in der Zwickmühle.
Ein Interview von Anne Armbrecht
Foto: Science Photo Library / imago images

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Eishockey-Profi Janik Möser von den Grizzlys Wolfsburg ist nach einer milde verlaufenen Coronainfektion an einer Herzmuskelentzündung erkrankt. Es war ein Zufallsbefund, als er schon wieder ins Training einsteigen sollte. Der 25-Jährige hatte großes Glück – ist aber wohl kein Einzelfall, sagt Martin Halle, Ärztlicher Direktor des Instituts für Sportmedizin und Sportkardiologie der TU München.

SPIEGEL: Herr Halle, bislang war bei Schäden durch Corona vor allem die Lunge im Blick. Wurde dem Herz zu wenig Beachtung geschenkt?

Martin Halle: Die wissenschaftlichen Erkenntnisse kommen immer erst nach und nach. Uns war aber von Anfang an bewusst, dass man auf das Herz achten muss. Coronaviren sind so wie andere Viren der Atemwege – das sind die Viren, die auch sonst in der größten Anzahl Herzmuskelentzündungen hervorrufen. Das Problem ist aber Folgendes: Bei der Lunge merken Sie, wenn etwas nicht stimmt, sie husten oder haben Atemnot. Das Herz spüren Sie nicht. Sie merken nicht, wenn etwas nicht in Ordnung ist, außer zum Beispiel als Herzstolpern. Gerade bei Jüngeren, auch bei Sportlern, ist das eine große Gefahr. Sie spüren nicht, dass das Herz ein Problem hat, und trainieren einfach weiter.

SPIEGEL: Machen Sie diese Erfahrung öfter?

Halle: Wir betreuen in München so viele Leistungssportler wie nirgendwo sonst in Deutschland. Wir konnten in den vergangenen Monaten beobachten, dass gerade im Leistungssport die Häufigkeit von Coronainfektionen hoch ist. Die Athlet*innen fahren in Gruppen, wohnen im Internat, trainieren zusammen. In den meisten Fällen ist nach der abgeklungenen Coronainfektion alles in Ordnung. Aber es kommen auch immer mehr Sportler zu uns, die sagen: Ich hatte Corona, und ich komme seitdem nicht mehr auf die Beine.

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