»Haut wachsen lassen« Kletterin Meul setzt nach Silber-Coup auf Regeneration statt Party

Die Hitze in München macht auch den Kletterern bei der Europameisterschaft zu schaffen. Durch die hohen Temperaturen rutschen die Sportler eher ab und verlieren viel Haut. Doch es gibt Lösungen, sagt Hannah Meul.
Freude an der Wand: Hannah Meul beim Bouldern

Freude an der Wand: Hannah Meul beim Bouldern

Foto: Memmler / Eibner / IMAGO

Am Sonntag sorgte Hannah Meul fast für die große Überraschung. Beim Boulder-Wettkampf der Klettereuropameisterschaften in München rückte die 21-Jährige ganz nah ran an die slowenische Ausnahmeathletin Janja Garnbret – und jubelte trotz des knapp verpassten Titels über ihren Silber-Coup.

Zeit zum Feiern hatte die Kölnerin trotz des größten Erfolgs ihrer Karriere nicht. Für sie stehe jetzt die Regeneration im Vordergrund, sagte sie nach dem Gewinn der Silbermedaille. »Haut wachsen lassen«, lautet ihre Devise. »Ich darf sie nicht zu sehr einweichen lassen, also baden gehen wird eher nichts. Und Klettergriffe anfassen auch nicht«, sagte Meul lachend und zeigte ihre strapazierten Hände.

Hitze macht den Kletterern zu schaffen

Das Mammutprogramm aus Lead- und Boulder-Wettkämpfen hat bereits weit vor EM-Ende seine Spuren hinterlassen. »Ich habe viel Haut verloren. Es gibt verschiedene Kletter-Cremes, die ich jetzt auftrage«, erklärte die Rheinländerin. Durch die Hitze in München verlieren die Athleten deutlich mehr Haut als gewöhnlich – die Gefahr abzurutschen steigt. Auch Garnbret klagte über stark lädierte Hände.

Die EM-Wettkämpfe im Klettern im Rahmen der European Championships sind bislang ein Zuschauermagnet. Trotz brütender Hitze versammelten sich am Samstag und Sonntag viele Zuschauer. »So eine Stimmung habe ich noch nie erlebt«, sagte Meul.

Am Mittwoch steht für Meul und ihre Konkurrentinnen noch das Combined-Event aus Bouldern und Lead an, das in Paris auch zum olympischen Programm gehören wird. Meul geht dabei als Mitfavoritin an den Start.

kjo/dpa
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