EM in München Bahnradfahrerinnen gewinnen erste deutsche Goldmedaillen

Bei Olympia in Tokio holten sie bereits Gold, jetzt hat sich das Bahnradquartett um Lisa Brennauer den nächsten Titel gesichert. Zuvor glänzte Kim Lea Müller auf dem BMX.
Gold im letzten gemeinsamen Rennen: Franziska Brauße, Lisa Brennauer, Lisa Klein und Mieke Kröger

Gold im letzten gemeinsamen Rennen: Franziska Brauße, Lisa Brennauer, Lisa Klein und Mieke Kröger

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Sebastian Widmann / Getty Images

Der deutsche Bahnrad-Vierer hat in der Mannschaftsverfolgung bei den European Championships in München die erste deutsche Goldmedaille gewonnen. Das Team aus Lisa Brennauer, Franziska Brauße, Mieke Kröger und Lisa Klein setzte eine beeindruckende Serie fort. Bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021 hatte das Quartett bereits Gold geholt.

Bei dem Mini-Olympia-Format in München galt das Team als Favorit. Mit einer Zeit von 4:10,87 Minuten wurde es dieser Rolle auch gerecht, auf dem zweiten Platz landete Italien. Bronze ging an Frankreich.

Für Deutschland war es der zweite EM-Titel in Folge, allerdings das letzte Rennen in dieser Formation. Brennauer beendet nach dem Wettbewerb in München ihre Karriere. Die 34-Jährige wird noch in der Einzelverfolgung und bei Straßenrennen antreten. »Es war für mich ein ganz besonderer Abschluss«, sagte Brennauer im ARD-Interview. Sie habe es genossen, noch einmal gemeinsam auf dem Podium zu stehen und die Nationalhymne zu singen.

Im Sprint geht es gleich weiter

Auf der Rennbahn setzte sich der erfolgreiche Tag für die Deutschen fort. Die Weltmeisterinnen im Teamsprint gewannen die nächste Goldmedaille. Im Finale setzten sich Emma Hinze, Pauline Grabosch und Lea Sophie Friedrich vor den Niederlanden und Polen durch.

»Es war eine super Teamleistung. Die Stimmung war Wahnsinn hier, wir konnten uns gut auf die 200-m-Bahn einstellen«, sagte Grabosch: »Alles, wofür wir gekämpft und trainiert haben, hat sich wieder ausgezahlt.« Ihre Favoritenstellung hatten Hinze, Grabosch und Friedrich bereits mit deutlichen Bestzeiten in der Qualifikation sowie der ersten Runde untermauert.

Platz zwei und vier beim BMX-Freestyle

Zuvor hatte Kim Lea Müller für eine Überraschung gesorgt. Die 20 Jahre alte Oldenburgerin gewann die Silbermedaille im BMX-Freestyle-Wettbewerb. Im Finale gewann Müller vor der Französin Laury Perez, die Goldmedaille sicherte sich Iveta Miculycova aus Tschechien. Charlotte Worthington, die Olympiasiegerin von Tokio, stürzte im Finale zweimal und landete auf dem letzten Platz.

»So ganz habe ich es noch nicht realisiert. Ich habe auch nicht daran geglaubt«, sagte Müller. »Hätten die anderen den Run gemacht, den sie sich vorgenommen hatten, wäre es wahrscheinlich anders gelaufen.« Bundestrainer Tobias Wicke war ebenfalls überrascht: »Bei Kim habe ich absolut nicht damit gerechnet«, sagte er. »Viele Leute wissen einfach noch nicht, was sie kann, das war heute ein großer Vorteil.«

Kim Lea Müller bei ihrem Finallauf

Kim Lea Müller bei ihrem Finallauf

Foto: Angelika Warmuth / dpa

Medaillenanwärterin Lara Lessmann verpasste hingegen als Vierte eine Podestplatzierung. »Lara zählt zu den Besten, der Druck war enorm«, sagte Wicke: »Vor heimischen Publikum will man einfach abliefern, für sie ist es eine große Enttäuschung.«

Silber im Triathlon

Laura Lindemann verpasste den erhofften Titel in München. Die 26-Jährige sicherte sich nach 1500 Metern Schwimmen, 40 Kilometern Radfahren und zehn Kilometern Laufen die Silbermedaille. Neun Sekunden nach der neuen Titelträgerin Non Stanford aus Großbritannien setzte sich die Potsdamerin im Schlussspurt gegen Emma Lombardi aus Frankreich durch. Lindemanns Klubkollegin Nina Eim kam nach einem starken Rennen auf den vierten Platz vor der favorisierten Französin Cassandra Beaugrande.

Lindemann war spätestens auf dem Rad ständig in der Spitzengruppe unterwegs. Auch auf der Laufstrecke gehörte die zweimalige Junioren-Weltmeisterin lange zu einem Führungsquartett. Doch etwa vier Kilometer vor dem Ziel setzte sich Stanford mit einem Zwischenspurt ab und brachte den entscheidenden Vorsprung ins Ziel.

»Ich freue mich auf jeden Fall über Silber«, sagte Lindemann, die nach zweiten Plätzen bei der Sprint-EM 2017 und 2021 erneut nur knapp den Titel verpasste. »Ziel war eine Medaille«, sagte sie: »Mit Gold wäre ich noch zufriedener gewesen.«

mrk/sid/dpa
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