Beliebtes Fußballvideospiel »Fifa« heißt vielleicht bald nicht mehr »Fifa«

Die Reihe »Fifa« zählt zu den erfolgreichsten der Gaming-Geschichte. Trotzdem könnte es mit ihr bald vorbei sein, zumindest unter diesem Namen. Denn die Entwickler und der Fußballverband streiten offenbar ums Geld.
Screenshot aus »Fifa 22«

Screenshot aus »Fifa 22«

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Electronic Arts

Kein Videospiel verkauft sich in Deutschland Jahr für Jahr so gut wie »Fifa«, auch weltweit ist die Fußballsimulation sehr beliebt. Trotzdem könnte der Spielereihe nun eine einschneidende Änderung bevorstehen. Es geht um den Namen. Der Hersteller des Spiels, EA Sports, kann sich bislang offenbar nicht mit dem Fußballweltverband Fifa einigen – und ohne offizielle »Fifa«-Lizenz dürfte EA Sports künftig kein Videospiel mit gleichlautendem Titel anbieten.

Es geht, wie könnte es anders sein, ums Geld.

EA Sports, das zum Unternehmen EA gehört und neben »Fifa« unter anderem »Madden NFL« herausbringt, hat seine Umsätze über die vergangenen Jahre massiv erhöht. Das liegt auch an »Fifa«, und speziell am beliebtesten Modus im Spiel, »Fifa Ultimate Team« (FUT). Darin basteln sich die Spielenden eigene Mannschaften zusammen. Topstars sind aber nicht leicht zu bekommen, sie müssen entweder aufwendig erspielt werden oder man investiert echtes Geld, zusätzlich zum »Fifa«-Kaufpreis – die aktuelle Playstation-5-Version kostet um die 70 Euro.

Die Mikrotransaktionen in »FUT« machen inzwischen einen beträchtlichen Anteil am Gesamtumsatz von EA aus. Sie bringen dem Unternehmen jährlich mehr als eine Milliarde Dollar ein, Tendenz steigend. Im aktuellen Geschäftsbericht  heißt es, im vergangenen Jahr hätten 16 Prozent neue Spielerinnen und Spieler »FUT« für sich entdeckt.

Der Fußballweltverband will daher offenbar fortan einen viel größeren Teil vom Kuchen abhaben. Die derzeitige Vereinbarung über zehn Jahre läuft bald aus; und die »New York Times« berichtet nun , der Verband wolle künftig mehr als doppelt so viel Geld erhalten. Von mehr als einer Milliarde Dollar pro WM-Zyklus ist die Rede, also von jährlich mehr als 250 Millionen Dollar.

Laut »New York Times« befinden sich die Verhandlungen in einer Sackgasse. Die Entwicklerfirma kündigte vergangene Woche an , man »denke darüber nach, unsere globalen EA-Sports-Fußballspiele umzubenennen«.

Screenshot aus »Fifa 22«: Am Spiel selbst würde sich wohl wenig ändern

Screenshot aus »Fifa 22«: Am Spiel selbst würde sich wohl wenig ändern

Foto: Electronic Arts

EA hat Lizenzvereinbarungen mit etlichen Verbänden geschlossen, mit der europäischen Uefa, mit nationalen Rechteinhabern. Der Verlust der Fifa-Lizenz wäre also längst nicht gleichbedeutend mit dem Ende der Reihe, wahrscheinlich wären bloß einige wenige Bereiche betroffen: Sonderinhalte zu Weltmeisterschaften etwa. Partien mit dem FC Bayern oder Real Madrid mit Robert Lewandowski und Toni Kroos sowie der »FUT« -Modus wären also weiterhin spielbar.

Und doch würde der Namensverlust für die Entwickler ein potenzielles Risiko bedeuten. Eine Änderung dürfte viele Käuferinnen und Käufer irritieren, manche verunsichern. Der Fußballverband wiederum bekommt mit dem Spiel etwas, das ihm sonst meist verwehrt bleibt: dass der Name »Fifa« positiv konnotiert ist.

Dass es noch zu einer Einigung kommt, ist noch lange nicht ausgeschlossen. Sollten EA und die Fifa jedoch nicht zusammenfinden, bräuchte das Spiel einen neuen Namen. Wie dieser lauten könnte, darauf gibt es bereits einen Hinweis. Kürzlich sicherte sich EA die Rechte an einem Markennamen. Er lautet »EA Sports FC«.

mon
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