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Flaschen im Ring

aus DER SPIEGEL 1/1996

Das Tempo war sehr verschieden. Michael Schumacher bewegte seinen Benetton-Rennwagen in der Formel 1 im Höchstfall mit 330 km/h; die Aufschläge des Boris Becker erreichten den Gegner beim ATP-Turnier in Stuttgart mit mehr als 200 Sachen; die Linke des Boxers Henry Maske landet mit etwa 28 km/h beim Gegenüber. Weltmeister wurden sie alle drei. Einer jedoch, der es unbedingt werden wollte, haute daneben und vor allem nicht feste genug. Der Schwergewichtler Axel Schulz - nach seinem meisterhaften, aber nach krassem Fehlurteil verlorenen Kampf gegen den Amerikaner Foreman als Favorit gehandelt - unterlag in Stuttgart in einem müden Gefecht dem ziemlich zahmen »weißen Büffel« Botha aus Südafrika. Viele Zuschauer, speziell die in den teuren Logen, waren damit nicht einverstanden; in den Ring und auf die Leute hagelten Sektflaschen und andere Wurfgeschosse. Der professionelle Faustkampf, der dank Maske und Schulz seinen verluderten Ruf wieder etwas aufgebessert hatte, erlitt dabei ebenfalls eine Niederlage. Und so wurde dieser Fight, obwohl er verloren ging, doch noch ein Ereignis des Jahres: als Skandal.

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