70 Jahre Formel 1 Skandale, Unfälle, Duelle - und Schumacher mittendrin

Crashgate, Senna vs. Prost, Laudas Feuerunfall, Michael Schumacher, Parabolica: Die Formel 1 hat viele Geschichten geschrieben. In Silverstone feiert sie nun Jubiläum. Zeit für einen Rückblick.
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Die Formel 1 feiert am Wochenende in Silverstone den 70. Jahrestag - etwas verspätet. Denn das erste Rennen der langen Historie fand am 13. Mai 1950 auf der Rennstrecke in Großbritannien statt. In diesen 70 Jahren brachte die Formel 1 viele Stars hervor - einer der erfolgreichsten Fahrer war Ayrton Senna. Der Brasilianer mit dem Spitznamen "The Magic" wurde dreimal Weltmeister.

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In Deutschland ist das Interesse an der Formel 1 besonders mit einer Person verknüpft: Michael Schumacher. Der in Kerpen aufgewachsene Rennfahrer kommt 1991 in die Formel 1, fährt für vier Teams und gewinnt sieben WM-Titel - fünf davon mit Ferrari. Schumacher ist ein außergewöhnlicher Fahrer, sehr akribisch, detailversessen und extrem ehrgeizig.

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Als eines der spektakulärsten und besten Rennen Schumachers gilt der Auftritt 1995 auf seiner Lieblingsstrecke im belgischen Spa. Schumacher startet in seinem Benetton von Platz 16, kämpft sich im Regen bis an die Spitze und liefert sich ein enges Duell mit Damon Hill. Schumacher (vorne) gewinnt und wird später zum zweiten Mal in seiner Karriere Weltmeister.

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Schumacher will um jeden Preis gewinnen - und wendet dabei einige Male in seiner Karriere zweifelhafte Methoden an. So auch in seinem ersten WM-Jahr 1994. Auch da heißt sein Rivale Damon Hill (r.) im Williams. Schumacher geht mit einem Punkt Vorsprung ins letzte Rennen in Adelaide. In Führung liegend unterläuft dem Deutschen ein Fahrfehler, er landet in der Mauer - und lenkt seinen Wagen prompt zurück auf die Strecke. Hill will überholen, es kommt jedoch zur Kollision und beide Fahrer scheiden aus. Schumacher gewinnt den WM-Titel, auch weil der Weltverband Fia den Vorfall als normalen Rennunfall einstuft.

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Drei Jahre später fällt die Fia ein anderes Urteil. Weil Schumacher im letzten Saisonrennen (wieder sind die Kontrahenten nur einen Punkt auseinander) eine Kollision mit Jacques Villeneuve verursacht, werden ihm alle WM-Punkte aberkannt. Villeneuve wird Weltmeister und stichelt hinterher: "Ich wusste, dass er es tun würde."

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2006 geht Schumacher in sein elftes und letztes Jahr bei Ferrari. Er kämpft für seinen achten WM-Titel - mit allen Mitteln. Am Ende werden ihm 14 Punkte fehlen. In Monaco fährt Schumacher im Qualifying die schnellste Runde und stellt anschließend seinen Boliden in der Rascasse-Kurve ab. Wegen dieses Parkmanövers ist kein Rivale in der Lage, nachzulegen. Die Fia bestraft Schumacher erneut. Er muss vom Ende des Feldes ins Rennen gehen und wird Fünfter. Fernando Alonso gewinnt auf dem legendären Stadtkurs und wird auch Weltmeister.

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Bei aller Kritik - Schumachers WM-Rekord gilt lange als unantastbar. Bis Mercedes 2014 die Chance nutzt, mit der neuen Hybridtechnologie eine einzigartige Dominanz auf den Asphalt der weltweiten Formel-1-Rennstrecken zu erschaffen. Lewis Hamilton ist fast nicht zu schlagen, nur Teamkollege Nico Rosberg schafft es 2016. Hamilton eilt von WM-Titel zu WM-Titel. Am Ende der laufenden Saison könnte der Brite Schumachers Rekord eingestellt haben - und im Jahr darauf den achten Titel gewinnen.

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Die Anfänge der Formel 1: 1950 startet sie mit sieben WM-Läufen. Erster Weltmeister wird Guiseppe Farina im Alfa Romeo. Der Italiener gewinnt die Rennen in Silverstone und Bremgarten (Schweiz) sowie sein Heimrennen in Monza.

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Erster Superstar der Formel 1 wird Juan Manuel Fangio. Der Argentinier gewinnt von 1951 bis 1957 fünf WM-Titel auf vier verschiedenen Fabrikaten (Alfa Romeo, Ferrari, Mercedes, Maserati). Fangio gewinnt fast jedes zweite Formel-1-Rennen, an dem er teilnimmt - eine bis heute unerreichte Quote.

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Zur Formel 1 gehören viele technische Innovationen, die teilweise auch ihren Weg in Straßenautos gefunden haben. Diese hier eher nicht: Bis 1968 sind in der Formel 1 Flügel verboten. Als sie erlaubt werden, probiert Lotus mit dem späteren Weltmeister diesen überdimensionalen Flügel aus. Es bleibt ein Experiment, auch weil die Fia diese Flügel aus Sicherheitsgründen verbietet. Front- und Heckflügel sind seitdem trotzdem nicht mehr aus der Formel 1 wegzudenken.

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Das Design der Formel-1-Rennwagen entwickelt sich in den Jahren rasant. Die Motoren werden stärker und schneller - und müssen immer besser gekühlt werden. Emerson Fittipaldi wird 1974 Weltmeister, auch weil McLaren die Sache mit der Kühlung dank großer Lufthutzen über Fittipaldis Kopf regelt.

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McLaren (wie auch Lotus) schafft es über die Jahre immer wieder, mit besonderen Innovationen erfolgreich zu sein. 1981 setzt McLaren, passend zum Sponsor, mit einem wie eine Zigarettenschachtel aussehenden Boliden den nächsten Meilenstein, diesmal in Sachen Sicherheit. McLaren setzt als erster Rennstall auf eine Monocoque-Zelle aus Kohlefaser.

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McLaren gewinnt in der Formel-1-Historie insgesamt acht Fahrer- und sogar zwölf Konstrukteurstitel. 1990 gehen beide Weltmeisterschaften an den britischen Rennstall - dank eines Skandals im letzten Rennen: Ayrton Senna (r.) gegen Alain Prost, McLaren gegen Ferrari, Instinktfahrer gegen Kopffahrer. Wieder muss die Entscheidung am Ende fallen, diesmal im japanischen Suzuka. Prost gewinnt den Start, das will Senna nicht auf sich sitzen lassen und verursacht eine Kollision in der ersten Kurve. Beide Rivalen scheiden aus - Senna ist Weltmeister.

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Prost fährt zwischen 1980 und 1993 in der Formel 1 und gewinnt dabei insgesamt vier WM-Titel. In 199 Rennen steht der Franzose 51 Mal ganz oben auf dem Podest.

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Prost ist auch am engsten Finale der Formel-1-Geschichte beteiligt. 1984 gewinnt Niki Lauda (l.) mit 0,5 Punkten Vorsprung vor seinem McLaren-Teamkollegen Prost. Die ungerade Punktzahl kommt zustande, weil das Rennen in Monaco früh abgebrochen werden muss und es deshalb nur die halbe Punktzahl gibt.

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Richtig knapp verläuft der Titelkampf auch 2008. Felipe Massa gewinnt das letzte Saisonrennen in seiner brasilianischen Heimat und fühlt sich im Ziel als Weltmeister. In der letzten Runde zieht Rivale Lewis Hamilton aber noch an dem mit seinen Reifen kämpfenden Timo Glock vorbei - Platz fünf reicht Hamilton, um seinen Vorsprung zu retten. Endstand: 98:97 WM-Punkte für Hamilton.

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Zur Formel 1 gehören auch viele Unfälle, die tragischerweise tödlich enden. 30 Fahrer verlieren an Formel-1-Wochenenden ihr Leben, die Gesamtzahl der Todesopfer ist deutlich höher. 1961 stirbt der WM-Führende Wolfgang Graf Berghe von Trips im Training von Monza in der Parabolica-Kurve. Sein durch die Luft fliegender Rennwagen tötet 15 Zuschauer.

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Wieder Monza, wieder die Parabolica-Kurve: 1970 verstirbt der Österreicher Jochen Rindt bei einem Unfall, er wird posthum zum Weltmeister erklärt.

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Der wohl berühmteste Unfall der Formel-1-Geschichte ist der von Niki Lauda 1976 auf dem Nürburgring. Laudas Rennwagen fängt Feuer, der im vergangenen Jahr verstorbene Österreicher wird mit Verbrennungen im Gesicht geborgen. Nur 42 Tage später sitzt er wieder in seinem Ferrari und kämpft um die Weltmeisterschaft. Er unterliegt allerdings James Hunt, das Duell der beiden Rivalen wird später verfilmt.

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Im Laufe der Jahre wird die Formel 1 immer sicherer. Zwischen 1982 und 1994 ereignet sich kein tödlicher Unfall mehr - dann folgt das schwarze Wochenende von Imola. Beim Großen Preis von San Marino verunfallt im Qualifying der Österreicher Roland Ratzenberger tödlich. Am Tag darauf im Rennen rast Ayrton Senna ungebremst in eine Mauer und verstirbt. Beim Trauerzug in Brasilien erweisen mehr als drei Millionen Menschen Senna die letzte Ehre.

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2014 steht die Formel 1 dann erneut unter Schock. Der Franzose Jules Bianchi rast in Suzuka in ein Bergungsfahrzeug, das einen anderen Rennwagen abtransportieren sollte. Neun Monate später stirbt Bianchi an den Folgen des bei dem Unfall erlittenen Schädel-Hirn-Traumas.

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Zurück zum Sportlichen: Als eines der besten Überholmanöver in der Geschichte der Formel 1 gilt Mika Häkkinens Doppelmanöver gegen Michael Schumacher und Ricardo Zonta aus dem Jahr 2000. In Spa lag Schumacher (r.) in Führung, als er in der 40. Runde Zonta (l.) überrunden möchte. Der Deutsche geht außen an dem Brasilianer vorbei, während Verfolger Häkkinen die Innenseite wählt. Der Finne nutzt seinen Geschwindigkeitsvorteil und zieht auch noch an Schumacher vorbei. Häkkinen gewinnt das Rennen, Schumacher die WM.

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Nigel Mansell gehört in den Achtziger- und Neunzigerjahren zu den Stars der Formel 1, steht aber im Schatten von Senna und Prost. 1991 hat Mansell nach seiner Rückkehr zu Williams die Chance auf den WM-Titel, muss sich aber Senna geschlagen geben. In die Historie geht auch sein sechster Platz in Kanada ein, als er einem Start-Ziel-Sieg entgegen fährt, den Zuschauern bereits zujubelt - und dann sein Motor ausgeht.

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Besser ergeht es Jenson Button 2011. Der Brite fällt im Regen von Kanada zwischenzeitlich auf den letzten Platz zurück - am Ende krönt Button seine Aufholjagd mit dem Sieg.

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Schumacher, Hill, Senna, Prost - Skandale gibt es in der Formel 1 viele. Dieses Kapitel lässt sich nicht ohne die Spionageaffäre 2007 erzählen. Ein McLaren-Designer erhält von einem Ferrari-Mechaniker interne Informationen und kopiert diese. Die Sache fliegt auf, bleibt aber zunächst unbestraft. Bis McLaren-Fahrer Fernando Alonso (Bild) im Streit mit seinem Rennstall droht, der Fia weitere Informationen zuzuspielen. Teamchef Ron Dennis erstattet Selbstanzeige und diesmal fällt die Bestrafung deutlich aus: Verlust aller WM-Punkte in der Konstrukteurswertung und 100 Millionen Dollar Strafe.

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Alonso wechselt zu Renault und ist prompt indirekt in den nächsten Skandal verwickelt. Teamkollege Nelson Piquet jr. setzt seinen Rennwagen in Singapur auf Anweisung der Teamleitung in eine Mauer, um Alonso mit einer Safety-Car-Phase zu helfen. Der Spanier gewinnt das Rennen. Piquet macht den als Crashgate bekannten Skandal im Jahr darauf öffentlich, die Verantwortlichen Flavio Briatore und Pat Symonds werden daraufhin von der Fia gesperrt.

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Der Große Preis der USA in Indianapolis 2005 geht als Geisterrennen in die Geschichte ein. Wegen Problemen mit den Michelin-Reifen, die das Rennen mutmaßlich nicht überstehen können, gehen nur die drei von Bridgestone ausgestatteten Teams an den Start: Ferrari, Jordan und Minardi. Michael Schumacher gewinnt das Rennen vor Teamkollege Rubens Barrichello.

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In der kommenden Saison könnte es erstmals seit der Schumacher-Zeit eine Formel-1-Saison ohne deutsche Fahrer geben. Sebastian Vettel (Bild), vierfacher Weltmeister mit Red Bull, erhält bei Ferrari keinen neuen Vertrag und hat noch kein neues Team gefunden. Womöglich das Ende einer Ära.

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