Bahrein-Grand-Prix Ferrari-Debakel in der Wüste

Während Fernando Alonso im Renault einen souveränen Start-Ziel-Sieg feiern konnte, erlebte die Scuderia Ferrari einen rabenschwarzen Tag. Weltmeister Michael Schumacher schied mit dem neuen F2005 wegen eines technischen Defekts frühzeitig aus, sein Teamkollege Rubens Barrichello verpasste die Punkteränge.


Zweiter Sieg: Fernando Alonso steuert in Richtung Weltmeisterschaft
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Zweiter Sieg: Fernando Alonso steuert in Richtung Weltmeisterschaft

Sakhir - Der Spanier Alonso fuhr zum zweiten Sieg in Folge, nachdem er auch den Grand Prix von Malaysia vor zwei Wochen gewinnen konnte. Damit baute der Renault-Pilot seine Führung in der WM-Fahrerwertung aus. Er führt mit nunmehr 26 Punkten klar vor Toyota-Fahrer Jarno Trulli (16) und seinem Teamkollegen Giancarlo Fisichella (10).

"Ich hatte keine Angst vor Michael, auch wenn er das Rennen zu Ende gefahren wäre. Ich will Weltmeister werden", sagte der 23-Jährige. Für Titelverteidiger Schumacher war das Rennen schon in der zwölften Runde beendet. Nach ersten Angaben stoppte ein Hydraulik-Schaden Schumachers F2005, der seinen ersten Grand-Prix-Einsatz hatte und eigentlich die Wende zum Positiven für die Scuderia Ferrari in dieser Saison bringen sollte. Für Schumacher war es der erste technisch bedingte Ausfall seit dem 29. Juli 2001 auf dem Hockenheimring.

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Bahrein-Grand-Prix: Schwarze Nasen, freie Rücken

Hinter Alonso (1:29:18.531 Stunden) wurde Trulli (+13.409 Sekunden) im Toyota Zweiter, den dritten Platz sicherte sich Kimi Räikkönen (+32.063)im McLaren-Mercedes. Eine gute Vorstellung lieferte auch Ralf Schumacher (+53.272) ab, der mit seinem Toyota den vierten Platz belegte und auch in der Gesamtwertung auf Rang vier kletterte (9 Punkte). "Ich wäre gern aufs Podest gefahren, aber das hebe ich mir für die Europarennen auf", gab der 29-jährige optimistisch zu Protokoll.

Hinter dem Deutschen konnte Mercedes-Ersatzfahrer Pedro de la Rosa (+1:04.988 Minuten) die gute Vorstellung seines Teams bestätigen. Der Spanier fuhr anstelle des verletzten Kolumbianers Juan Pablo Montoya ein beherztes Rennen und ließ Mark Webber (BMW-Williams / 1:14.701) hinter sich. "Podium für Kimi, Platz fünf und schnellste Rennrunde für Pedro de la Rosa - das ist stark. Bald geht noch mehr", frohlockte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nach dem Rennen.

Auf den Rängen sieben und acht folgten Felipe Massa (Sauber) und David Coulthard (Red Bull). Ferraris Nummer zwei, Barrichello, wurde lediglich Neunter, obwohl der Brasilianer zwischenzeitlich auf Rang sechs fuhr, dann aber Probleme mit den Reifen bekam.

Alonso soll Schumachers Nachfolger werden

Getrennte Wege: Während Schumacher von der Piste abkommt, steuert Alonso zielsicher zum Sieg
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Getrennte Wege: Während Schumacher von der Piste abkommt, steuert Alonso zielsicher zum Sieg

Während es in der WM-Saison nach einer Wachablösung aussieht, denkt auch Ferrari bereits für die Zeit nach Schumacher nach. Alonso soll im vergangenen Sommer eine Option bei der Scuderia unterzeichnet haben, Schumachers Vertrag läuft Ende 2006 aus. "Der beste Pilot der Welt ist im Augenblick Alonso", erklärte Ferrari-Teamchef Jean Todt in diesem Zusammenhang gegenüber der spanischen Zeitung "ABC".

"Wir haben keinen Vorvertrag mit Ferrari und momentan auch keine speziellen Offerten. Aber die Formel-1-Welt ändert sich sehr schnell, und natürlich hören wir uns die besten Angebote an, wenn die Zeit dafür reif ist", sagte Alonsos Manager Luis Garcia Abad. Jedoch wird sein Klient nicht als Nummer zwei zu den Italienern wechseln wollen, demnach hängt alles von Schumacher ab, der nach eigener Auskunft immer "noch sehr viel Spaß am Fahren" hat.



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