Formel 1 in Deutschland Nürburgring-Betreiber winkt ab

Auf dem Nürburgring wird in diesem Jahr kein Formel-1-Rennen stattfinden. Der Betreiber hat den Termin freigegeben. Selbst einen Verlust hätte die Gesellschaft in Kauf genommen, doch eine Einigung mit Bernie Ecclestone war nicht in Sicht.
Vettel auf dem Nürburgring: Kein Rennen in dieser Saison

Vettel auf dem Nürburgring: Kein Rennen in dieser Saison

Foto: David Ebener/ dpa

Hamburg - Die Hoffnungen auf ein glückliches Ende im Ringen um ein Formel-1-Rennen in Deutschland in diesem Jahr sind beinahe vollkommen dahin. Dass der Grand Prix nicht wie ursprünglich geplant auf dem Nürburgring stattfinden kann, war eigentlich schon klar, jetzt teilte der Betreiber auch offiziell mit, "den für die Formel 1 reservierten Termin 19. Juli zugunsten eines anderen Veranstalters freizugeben".

Als alternativer Veranstaltungsort war schon seit Längerem der Hockenheimring im Gespräch, doch auch dessen Geschäftsführer Georg Seiler hatte bereits am Dienstag ausgeschlossen, dass 2015 ein Formel-1-Rennen auf seiner Strecke stattfindet. Damit müssen die deutschen Fans 2015 aller Voraussicht erstmals seit 1960 auf ihren Heim-Grand-Prix verzichten.

Am Freitag trifft sich der Weltrat des Internationalen Automobilverbands Fia in Genf zu seiner nächsten Sitzung. Dort dürfte das Deutschland-Rennen ein Thema sein - und vermutlich das endgültige Aus besiegelt werden.

Als Grund für den Verzicht des Nürburgrings nannte der Sprecher des Streckenbetreibers Capricorn Nürburgring GmbH, Pietro Nuvoloni, dass keine Einigung mit Formel-1-Chef Bernie Ecclestone erzielt werden konnte. Nachdem der 84 Jahre alte Brite seit Monaten keine Entscheidung getroffen habe, "sind wir zur Auffassung gekommen, dass es jetzt aus zeitlichen, organisatorischen und auch wirtschaftlichen Gründen keinen Sinn mehr macht, weiter zu warten", erklärte Nuvoloni. Ecclestone hingegen hatte den Deutschland-GP schon am Rande des Großen Preises von Australien für "im Moment tot" erklärt.

Die Eifel-Rennstrecke hätte auch einen Verlust hingenommen - aber nur in einem betriebswirtschaftlich vertretbaren Rahmen. Für viele Rennstreckenbetreiber sind bei sinkenden Zuschauerzahlen die Antrittsgebühren für die Formel 1 in zweistelliger Millionenhöhe mittlerweile eine große Belastung. Der Deutschland-GP 2014 hat auf dem Hockenheimring ein Minus von 2,5 Millionen Euro eingefahren. Am Rennsonntag waren gerade einmal 52.000 Zuschauer an die Strecke gekommen, zwei Jahre zuvor waren es noch rund 60.000.

Formel-1-Saison 2015

asi/dpa
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