Bevorstehender Abschied Alonso flirtet mit zehn Teams

Fernando Alonso hat erneut Spekulationen um einen Abgang von McLaren-Mercedes angeheizt. Nach seinem zweiten Platz beim Großen Preis von China erklärte der Spanier, dass zehn Teams Interesse an ihm haben. Zudem griff Alonso seinen Teamchef Dennis aufs Schärfste an.


Shanghai - "Es gibt zehn Teams, die an mir interessiert wären. Ich hoffe, ich weiß sehr bald, wo ich nächstes Jahr fahren werde, damit ich mich darauf vorbereiten kann", sagte Alonso. Allerdings hat der Weltmeister bei McLaren-Mercedes noch einen Vertrag bis 2009.

Darauf angesprochen sagte Alonso: "Wir werden sehen", so Alonso. Nach massiven Vorwürfen gegen das McLaren-Mercedes-Team wird mit einem vorzeitigen Wechsel des 26-Jährigen zum Saisonende gerechnet. Der Spanier erhob zuletzt schwere Anschuldigungen gegen die Teamführung und warf ihr vor, Politik gegen ihn zu betreiben.

Nicht einmal nach seinem zweiten Platz in Shanghai im vorletzten Saisonrennen, durch den er seine Chance im Titelkampf wahrte, rückte er bei der offiziellen Pressekonferenz von seiner Kritik ab: "Ich habe nichts gesagt, das nicht wahr ist. Man hat sehr, sehr viele schlechte Sachen über mich gesagt. Ich habe mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen."

Alonso griff auch seinen Teamboss Ron Dennis aufs Schärfste an. "Besser schweigen als lügen", sagte Alonso mit Blick auf seinen Chef: "Das sollte er auch öfter tun. Seinem Team würde es gut tun. Die Skandale, in die wir auf und abseits der Strecke verwickelt waren, sind zu großen Teilen Schuld seiner Aktionen." Gemeint waren vor allem die Spionageaffäre und der Boxenstoppskandal von Ungarn.

Er habe mit den ehemaligen Silberpfeil-Fahrern David Coulthard (Großbritannien), Juan Pablo Montoya (Kolumbien) und Kimi Räikkönen (Finnland) gesprochen. "Alle haben das Team verlassen und waren danach viel glücklicher. Dafür muss es doch einen Grund geben", sagte Alonso.

Die in dieser Saison nicht auch zuletzt wegen Alonsos Launen leidgeprüften Verantwortlichen des britisch-deutschen Rennstalls wollten die Aussagen ihres Angestellten nicht kommentieren. "Bis zum Saisonende sagen wir dazu gar nichts", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Eine offizielle Anfrage liegt Alonso nach Renault nun auch von Toyota vor. "Toyota wäre sehr interessiert, wenn er frei sein sollte", sagte Toyota-Motorsport-Präsident John Howett. Detaillierte Gespräche habe es noch nicht gegeben. Alonso ist laut Howett der Schlüssel für den ganzen Fahrermarkt, nach seiner Entscheidung gebe es eine Kettenreaktion.

Als wahrscheinlichste Option gilt ein Wechsel Alonsos zu seinem alten Arbeitgeber Renault, der ihm den Status als Nummer eins bietet. Allerdings soll auch Interesse von Ferrari bestehen. Dorthin wäre ein Wechsel für 2008 allerdings nur möglich, falls der Vertrag des Brasilianers Felipe Massa aufgelöst würde.

pav/sid/dpa



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