Crashpilot Schumacher verteidigt seine Strategie

Ein riskantes Manöver hat Michael Schumacher beim Großen Preis von Ungarn wichtige Punkte im Kampf um die WM gekostet. Dass er die Chance auf seinen achten Titel verschenkt haben könnte, will der Ferrari-Pilot nicht glauben. Zudem verteidigte Schumacher die Linie seines Teams.


Hamburg - "Wir haben uns für die aggressive Strategie entschieden", sagte Schumacher, "ohne die wären wir nie in die Position gekommen, um die Meisterschaft kämpfen zu können." Durch einen Unfall mit Nick Heidfeld, der den auf Allwetter-Reifen deutlich langsamer fahrenden Ferrari-Piloten überholte, büßte Schumacher in Ungarn möglicherweise entscheidende WM-Zähler ein. Daran, dass durch seinen Fehler beim 13. vom insgesamt 18 Rennen eine Vorentscheidung in der Meisterschaft gefallen ist, will der Rekordweltmeister nicht glauben: "Die WM ist noch absolut offen."


Mit kämpferischer Fahrweise hatte Schumacher versucht, seinen dritten Platz vor Heidfeld zu verteidigen. Während der Großteil des Feldes auf Trockenreifen gewechselt hatte, war Schumacher auf der abtrocknenden Piste weiter auf den Intermediate-Pneus unterwegs, um nicht durch einen zusätzlichen Boxenstopp seine Platzierung zu verlieren. Durch die Berührung mit Heidfelds BMW-Sauber brach jedoch die rechte Vorderradaufhängung des Ferraris und Schumacher musste drei Runden vor Schluss aufgeben.

"Wir wollten beide in die Kurve reinfahren, da ist sein Heck noch einmal ausgebrochen und mir ins Vorderrad geknallt, heftig genug, dass die Spurstange kaputt gegangen ist", schilderte Schumacher später den Vorfall, machte Heidfeld jedoch keinen Vorwurf, dessen Angriff "legitim" gewesen sei.

Schon in der 17. Runde hatte der Ferrari-Pilot seinen linken Frontflügel eingebüßt, als er eine Attacke von Giancarlo Fisichella abwehren wollte.

Trotz des Ausscheidens sicherte sich Schumacher wenigstens einen WM-Punkt. Weil der BMW-Sauber von Robert Kubica nach dem Rennen als zu leicht befunden wurde, disqualifizierte die Fia den Polen und wertete anstatt seiner den Ferrari-Piloten auf dem achten Rang. "Im Kampf um die WM zählt jeder Punkt, daher war das natürlich eine gute Nachricht", so Schumacher über die nachträgliche Platzierung. Damit verringerte er den Rückstand auf WM-Spitzenreiter Fernando Alonso, der nach einem Hinterrad-Defekt ebenfalls nicht ins Ziel kam, auf zehn Punkte.

Das Rennen gewann Honda-Pilot Jenson Button vor Pedro de la Rosa (Mercedes). Dritter wurde Heidfeld trotz Kollision. Ralf Schumacher fuhr im Toyota als Sechster über die Ziellinie.

kob/dpa



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