David Coulthard "Ich dachte, ich würde sterben"

McLaren-Pilot David Coulthard ist am Dienstagmittag mit viel Glück dem Tod entgangen. Beim Absturz eines von ihm angemieteten Privatjets starben zwei der fünf Insassen. Am Abend konnte der 29-Jährige das Krankenhaus, in das er eingeliefert worden war, wieder verlassen.

Lyon - David Coulthard, seine Verlobte Heidi Wichlinski und der persönliche Fitnesstrainer des Schotten, Andrew Matthews, haben den Absturz eines Learjets auf dem Flughafen der französischen Stadt Lyon am Dienstag leicht verletzt überlebt. Pilot und Copilot der Maschine starben. Das Management des 29-jährigen McLaren-Mercedes-Fahrers hatte das Flugzeug bei einem anderen Unternehmen als dem sonst üblichen angemietet.

Bereits am frühen Dienstagabend wurde Coulthard aus dem Lyoner Krankenhaus entlassen, in das die Überlebenden unmittelbar nach dem Unglück eingeliefert worden war. Noch am Abend fuhren er und Heidi Wichlinski in seine Wohnung nach Monaco, um von dort wie geplant zum am Donnerstag beginnenden Rennwochenende zum Großen Preis von Spanien in Barcelona aufzubrechen.

"Ich habe wirklich gedacht, ich würde sterben", wird Coulthard in der englischen Zeitung "Mirror" zitiert. "Ich habe ein paar geprellte Rippen, Heidi und Andrew haben Schürfwunden und Prellungen. Es ist ein Wunder - Wir können nicht glauben, dass wir noch leben."

Nach offiziellen Angaben nahm das Unglück seinen Verlauf, als der Pilot beim Überfliegen der Region Lyon über Funk plötzlich Probleme an einem der beiden Triebwerke meldete und eine Notlandung ankündigte. Die in Brookland in der englischen Grafschaft Kent mit Flugziel Nizza gestartete Maschine wurde daraufhin auf den Flughafen Lyon-Satolas umgeleitet.

Gegen 14.40 Uhr war der Jet nach Angaben der Rettungskräfte im Landeanflug plötzlich in einen steilen Sturzflug übergegangen. "In sehr niedriger Höhe hat er plötzlich die Kontrolle verloren. Er hat die Piste mit dem Fahrwerk und der linken Tragfläche berührt und ist daraufhin wieder abgeprallt", erklärte Flughafenleiter Bernard Chaffange.

Bei der dramatischen Rettungsaktion nach der missglückten Notlandung, bei der der Learjet in zwei Teile geborsten und in Flammen aufgegangen war, bewies Coulthard großen Mut. Wie ein Flughafensprecher berichtete, sei der Schotte noch ein Mal zum brennenden Wrack zurückgeeilt, um seine Verlobte zu retten.

Die drei Überlebenden wurden umgehend ins Edouard-Herriot-Hospital von Lyon gebracht. "Coulthards Zustand gibt nicht den geringsten Anlass zur Sorge", sagte ein Sprecher des Krankenhauses.

In einer ersten Reaktion reagierte Coulthards sportlicher Konkurrent Michael Schumacher geschockt. "Ich bin sehr erschüttert über diesen schrecklichen Unglücksfall. Ich wünsche David, Heidi und ihrem Begleiter alles Gute", sagte der Ferrari-Pilot, der ebenfalls seit Jahren Privatjets für die Reisen zu Rennen und Sponsorenterminen nutzt.

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