Der neue Ferrari Italien feiert die "Göttin der Göttinnen"

Obwohl die ersten Tests noch anstehen, sind sich die "Ferraristi" sicher, dass der neue Weltmeister nur in einem roten Boliden sitzen kann.


Die "Göttin" und der "Regierungssprecher"
REUTERS

Die "Göttin" und der "Regierungssprecher"

Maranello - Auch einen Tag nach der Vorstellung des neuen Ferraris sind die Menschen in Italien immer noch völlig aus dem Häuschen. Obwohl der rote Flitzer des dreimaligen Weltmeisters noch keine einzige Runde gedreht hat, wurde der Wagen am Tag nach der Vorstellung von Italiens Zeitungen mit Lobeshymnen überschüttet. "Die Göttin der Göttinnen ist geboren", jubelte "La Gazetta dello Sport" und auch "Don Michele" wurde von dem Blatt in den Himmel gehoben: "Schumi war bei der Präsentation in glänzender Form. Er hat in heroischem Italienisch gesprochen. Es klang wie eine Regierungserklärung." Der Kerpener wird mittlerweile von den Tifosi heiß geliebt.

Natürlich sind die Erwartungen an den 32-Jährigen im Apennin höher als der Ätna. "Der Ferrari 2001 ist geboren zum Siegen", erkannte der "Corriere dello Sport" nach dem ersten Blick und lobte den "F1-2001" überschwänglich: "Einzigartig, aggressiv, Ferrari. Das ist der neue Rote, der Schumacher und sein Team zur Titelverteidigung führen soll. Der Ferrari mit der Nummer 1 ist bereit, um über Jahre zu siegen." Selbst der Regen am großen Tag in Maranello soll nach einer alten italienischen Weisheit Glück bringen: "Ein nass gewordenes Auto ist ein mit Glück gesegnetes Auto."

"Ein mit Glück gesegnetes Auto"


Schumacher will am Donnerstag oder Freitag erstmals im Cockpit seines neuen Dienstwagens Platz nehmen. "Meine Motivation war noch nie so stark. Mit 32 ist es zu früh, um in Rente zu gehen", sagte der dreimalige Weltmeister. Optimistisch ist auch Teamchef Jean Todt: "Es wird ein harter Kampf, aber wir sind gut gerüstet."

Im Kampf um den WM-Titel, der am 4. März im australischen Melbourne beginnt, rechnet Schumacher mit dem alten Gegner. Obwohl er einen Grand-Prix-Sieg auch seinem Bruder Ralf oder dem einen oder anderen Fahrer zutraut, werde die Meisterschaft an sich zwischen Ferrari und McLaren ausgetragen. Erzrivale McLaren-Mercedes präsentiert den neuen Silberpfeil erst am 7. Februar in Valencia. Bis dahin will sich Schumacher in seinem Ferrari bereits einen vielleicht vorentscheidenden Trainingsvorsprung verschafft haben.

Von Volker Gundrum, dpa



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