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Siege, Podestplätze, Pole-Positions Die Rekordjagd des Sebastian Vettel

Noch ein WM-Titel, noch ein Grand-Prix-Sieg, noch ein Podestplatz: Sebastian Vettel ist auf dem besten Weg, die Rekorde von Michael Schumacher einzustellen oder gar zu brechen. Einige Bestmarken sind ganz nah, andere noch etwas weiter weg. Aber für Vettel spricht sein Alter.

Zwei WM-Titel, 19 Grand-Prix-Siege, 38 Podestplätze und zehn Pole-Positions: Das sind die Zahlen von Michael Schumacher, als er 26 Jahre alt war. Sebastian Vettel ist jetzt auch 26, seine Werte nach der vierten Weltmeisterschaft in Folge: Vier WM-Titel, 36 Grand-Prix-Siege, 59 Podestplätze und 43 Pole-Positions. Das belegt, wie gut Vettel schon ist. Macht er so weiter, wird er sämtliche Rekorde von Schumacher pulverisieren, die nach dessen erstem Karriere-Ende 2006 für die Ewigkeit aufgestellt schienen.

Vettel ist bis heute der jüngste Weltmeister, der jüngste Grand-Prix-Sieger und hat die meisten Podestplätze innerhalb einer Saison erreicht.

Diese großen Bestmarken kann er noch brechen:

WM-Titel: Noch drei fehlen zu Schumacher

Vier WM-Titel hat Vettel jetzt gewonnen und zieht in dieser Kategorie mit Alain Prost gleich. Öfter Formel-1-Weltmeister wurden nur der Argentinier Juan Manuel Fangio (fünfmal) sowie Schumacher (siebenmal). Allerdings war es Vettels vierter Titel in Folge, Prosts Triumphe verteilten sich auf neun Jahre. Der Argentinier Fangio wurde ebenfalls viermal nacheinander Champion, Schumacher sogar fünfmal. Diesen Rekord kann Vettel kommendes Jahr zumindest einstellen.

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Den Rekord des jüngsten Weltmeisters hält Vettel - natürlich - nach wie vor. 23 Jahre und 134 Tage war er alt, als er 2010 in Abu Dhabi erstmals Champion wurde. Als ältester Weltmeister wird er aber wohl kaum in die Formel-1-Geschichte eingehen, das darf man schon heute prognostizieren. Fangio war bei seinem fünften Titel 46 Jahre und 41 Tage alt. Weltmeister 2033 Sebastian Vettel? Eher nicht.

Grand-Prix-Siege: Fangios Quote uneinholbar

In dieser Saison wird es nichts mehr werden, aber schon bald dürfte Vettel den legendären Ayrton Senna bei der Zahl an Grand-Prix-Siegen überholt haben. 36 hat der Deutsche nun auf seinem Konto, 41-mal gewann der Brasilianer. Besser waren nur Alain Prost (51 Siege) und, na klar, Schumacher (91).

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Weil Vettel aber weniger Rennen absolviert hat als Schumacher, Senna und Prost, ist die Siegquote interessant. Vettel hat seine 36 Erfolge bei 117 Starts geholt, was 30,8 Prozent gewonnener Rennen bedeutet. Zum Vergleich Schumacher: 91 Siege in 307 Rennen entsprechen 29,6 Prozent. Prost (51 Siege in 199 Rennen) kommt auf 25,6 Prozent, Senna (41 Siege in 161 Rennen) auf 25,5 Prozent. Platz eins wird Vettel in dieser Kategorie dennoch wohl nie erreichen: Fangio brauchte für seine 24 Siege nur 51 Rennen - 47,1 Prozent.

Podestplätze: Prost prozentual besser als Schumachers

Bislang 59-mal Platz eins, zwei oder drei: Das ist die Ausbeute von Vettel und bedeutet Platz neun bei den Podestplätzen, gemeinsam mit Nigel Mansell. Vor ihnen liegen in diesem Ranking noch Nelson Piquet (60), David Coulthard (62), Rubens Barrichello (68), Kimi Räikkönen (77), Senna (80), Fernando Alonso (94), Prost (106) und Schumacher (155).

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Diese absoluten Zahlen sind aber in Relation zu den absolvierten Rennen deutlich interessanter, daher erneut der Blick auf die Quote. Vettel kommt auf 50,4 Prozent, erreicht also bei etwa jedem zweiten Start das Podest. Besser waren von den oben genannten nur Schumacher (50,5 Prozent) und Prost (53,3). Wieder konkurrenzlos: Fangio, der bei 51 Starts 35-mal einen der ersten drei Plätze belegte - 68,6 Prozent.

Den Rekord der meisten Podestplätze innerhalb einer Saison kann Vettel dieses Jahr nicht mehr brechen, er hält ihn aber bereits: 2011 fuhr er in 17 Rennen auf Platz eins, zwei oder drei - so wie Schumacher 2002. Und Vettel fährt ja wohl noch ein paar Jahre....

Punkteränge: Alonso im Quotenvergleich sehr gut

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Formel 1: Vettel im Kreis der ganz Großen

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Ein Vergleich der von den Top-Fahrern erzielten Punkte ist schwierig, weil das Punktesystem in der Formel 1 mehrfach modifiziert wurde. Bis 1990 gab es zum Beispiel für einen Sieg neun Punkte, von 1991 bis 2009 waren es zehn, seit 2010 bekommt der Sieger 25 Zähler. Zudem erhielten bis einschließlich 2002 die ersten Sechs Punkte, von 2003 bis 2009 waren es die ersten Acht und seit 2010 gibt es bis Platz zehn Punkte. Daher soll hier Platz sechs als Grenze gelten, unabhängig von der Anzahl der Punkte.

Erstaunlich: Vettel kam bei seinen 117 Starts 83-mal unter die Top-Sechs, was einer Quote von 70,9 Prozent entspricht. Besser war nur Fangio, der auf 72,5 Prozent kommt (37-mal unter den ersten Sechs). Schumacher belegte 195-mal einen der ersten sechs Plätze, was bei 307 Starts 63,5 Prozent entspricht. Alonso ist in dieser Kategorie sogar besser als der Rekord-Weltmeister, erreichte bei 213 Rennen 139-mal die Top-Sechs - 65,3 Prozent.

Pole-Positions: Vettel hinter Senna

Vettel ging 43-mal von Startplatz eins aus ins Rennen, nur Senna (65 Pole-Positions) und Schumacher (68) waren besser. Blickt man auf die Quoten, führt auch hier natürlich wieder Fangio, der in 29 von 51 Rennen auf Startplatz eins stand (56,9 Prozent). Vettel kommt auf 36,8 Prozent, Schumacher auf nur 22,1 Prozent, Senna sogar auf 40,4 Prozent.

Der 1994 beim Rennen in San Marino tödlich verunglückte Brasilianer holte übrigens erst mit 28 Jahren seinen ersten WM-Titel, Prost war schon 30, als er erstmals Champion wurde, Fangio gar 40. Und Schumacher erlebte seine große Zeit bei Ferrari, als er von 2000 bis 2004 fünf Titel in Folge gewann, zwischen seinem 32. und 36. Lebensjahr.

Vettel kommt also erst noch in das richtig gute Alter für Formel-1-Fahrer.

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