Ende eines Weltmeisters BMW-Sauber feuert Villeneuve

Der Crash beim Großen Preis von Deutschland war der vorerst letzte Auftritt von Jaques Villeneuve in einem Formel-1-Boliden. Im darauf folgenden Rennen in Ungarn vertrat ein 21-Jähriger den ehemaligen Weltmeister so gut, dass dem nun das Karriere-Ende droht.


Budapest - Der Vertrag mit Villeneuve wurde vorzeitig aufgelöst, erklärte BMW-Sauber heute. Damit ist die Formel-1-Karriere des Weltmeisters von 1997 aller Voraussicht nach beendet. Villeneuves Platz im zweiten BMW neben Nick Heidfeld nimmt zukünftig Robert Kubica ein, der den Kanadier auch schon beim Großen Preis von Ungarn vertrat. "Ich bin sehr enttäuscht", sagte Villeneuve nach der Entscheidung: "Ich hatte mich darauf gefreut, langfristig mit BMW zusammenzuarbeiten und in der kommenden Saison von der gemeinsamen Erfahrung zu profitieren."

BMW-Sauber-Pilot Villeneuve: Sachen gepackt
Getty Images

BMW-Sauber-Pilot Villeneuve: Sachen gepackt

Die Trennung von Villeneuve, der bei BMW-Sauber bereits im Winter umstritten war, deutete sich an. In der laufenden Saison belegt der 35-Jährige mit sieben Punkten nur den 14. Rang in der WM-Wertung. "Wir werden nach dem Wochenende alles analysieren und eine Entscheidung treffen, eine Entscheidung für den Rest der Saison", hatte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen bereits im Vorfeld des Rennens in Budapest bereits gesagt.

Das Rennen auf dem Hungaroring beendete Villeneuves Vertreter Kubica als Siebter. Die ersten zwei WM-Punkte für den Debütanten wurden ihm jedoch wieder aberkannt. Der Wagen des Polen wurde nach dem Rennen als zu leicht eingestuft.

Villeneuve, der in 165 Rennen elf Siege einfuhr, wird derweil für die kommende Saison mit der Nascar-Serie in den USA in Verbindung gebracht, wohin auch Juan Pablo Montoya nach seiner Beurlaubung durch McLaren-Mercedes wechselte. Sowohl Montoya als auch Villeneuve haben bereits die legendären 500 Meilen von Indianapolis und die US-Cart-Serie gewonnen.

kob/sid



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