F1-Karriereplanung Schumacher entscheidet erst am Jahresende

Ferrari bot ihm mehr Zeit und Michael Schumacher nahm dankend an: Der Deutsche wird die Entscheidung über seine Formel-1-Zukunft erst am Saisonende treffen. Sein Verbleib in der Serie ist dadurch aber nicht wahrscheinlicher geworden - im Gegenteil.


Barcelona - "Ferrari hat mir die Möglichkeit eingeräumt, bis zum Ende des Jahres zu warten", erklärte Schumacher am Donnerstag im Vorfeld des Großen Preises von Spanien in Barcelona (Sonntag, 14.00 Uhr/Liveticker SPIEGEL ONLINE). Schumacher, der erleichtert wirkte, erhält damit einige Monate mehr Bedenkzeit als ursprünglich vorgesehen.

Rennfahrer Schumacher: "Nicht Zeit genug haben"
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Rennfahrer Schumacher: "Nicht Zeit genug haben"

Bislang sollte diese Entscheidung bis Mitte des Jahres fallen, Nachfragen war der erfolgreichste Formel-1-Pilot aller Zeiten zuletzt immer wieder ausgewichen. Somit könnte der 37-Jährige seinen Verbleib im Ferrari-Cockpit davon abhängig machen, ob er Weltmeister wird oder nicht. Im Erfolgsfall lässt es sich leichter Abschied nehmen.

"Für so eine wichtige Entscheidung kann man nicht Zeit genug haben", sagte Schumacher, der danach die neue Deadline präzisierte: nach dem letzten Rennen. Das findet am 22. Oktober in Sao Paulo statt. Ob sich Schumacher die Möglichkeit offen halten will, vielleicht im Falle eines achten Titelgewinns als Weltmeister seine einmalige Karriere zu beenden, ließ er offen. "Es bringt nichts zu versuchen, etwas über die Hintergründe zu erfahren. Das ist eine so wichtige Entscheidung, da möchte ich nicht in die Tiefe gehen", sagte der 37-Jährige, der in Imola und auf dem Nürburgring seine GP-Siege Nummer 85 und 86 gefeiert hatte.

Den Wechsel zu einem anderen Team hatte der siebenmalige Weltmeister in der Vergangenheit immer wieder weitgehend ausgeschlossen und erklärt, wenn er weiterfahre, dann zu 99,9 Prozent bei Ferrari. Zuletzt hatte auch sein Teamchef und väterlicher Freund Jean Todt ausgeschlossen, dass Schumacher noch einmal das Team wechseln könnte. Dafür sei der Deutsche nach mehr als zehn Jahren zu sehr ein Mitglied der Ferrari-Familie geworden. Auch die beiden Siege haben Schumacher demnach bei seiner Entscheidungsfindung nicht weiter gebracht.

Todt hatte zuletzt das lange Warten auf Schumachers Entscheidung auch mit teaminternen Vorgängen erklärt. "Solange bei Ferrari intern noch keine Klarheit darüber herrscht, wie die Kontinuität des gesamten Teams und des Unternehmens in den nächsten Jahren aussieht, wird es extern auch keine verbindliche Aussage geben", hatte der Franzose betont.

Die Verschiebung von Schumachers Entscheidung hat auch Einfluss auf eine andere wichtige Personalie. McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen soll angeblich eine Art Vorvereinbarung mit Ferrari auf einen Wechsel für die Saison 2007 haben, die im Sommer ausläuft. Damit kann der Finne nicht mehr erst auf Schumacher warten, bevor er sich entscheidet, im kommenden Jahr weiter bei McLaren-Mercedes gemeinsam mit Weltmeister Fernando Alonso zu fahren oder das Team in Richtung Ferrari oder möglicherweise auch Renault zu verlassen.

mig/goe/sid



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