F1-Wechselfieber Montoya rückt Coulthard auf den Pelz

Dass Juan Pablo Montoya von BMW-Williams zu McLaren-Mercedes wechselt, scheint beschlossene Sache. Die große Frage - insbesondere für David Coulthard - ist nur noch, ob der Kolumbianer schon 2004 in einem Silberpfeil sitzen wird.


 Fährt bald für die Silberpfeile: Juan Pablo Montoya
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Fährt bald für die Silberpfeile: Juan Pablo Montoya

Hockenheim - Das Tauziehen um Montoya scheint beendet zu sein. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll sich McLaren-Mercedes mit dem Kolumbianer vom Erzrivalen aus München geeinigt haben. Der 27-Jährige wird wohl in der WM-Saison 2005 den Schotten David Coulthard im Silberpfeil ablösen und erhält bei Mercedes angeblich einen Dreijahresvertrag.

Heißsporn Montoya soll bei McLaren-Mercedes als neuer Teamkollege von "Iceman" Kimi Raikkönen zehn Millionen Dollar im Jahr verdienen, drei mehr als bislang bei BMW-Williams. Ralf Schumacher steht nach erfolgreichen Verhandlungen beim Großen Preis von Deutschland dagegen vor der Verlängerung seines Vertrages bei BMW-Williams zumindest bis 2006.

"Wir haben eine gute und erfolgreiche Zeit miteinander verbracht, und jetzt werden wir das auch noch bis Ende 2004 tun. Wie ich gelesen habe, geht Juan ja dann 2005. Das ist seine eigene Entscheidung, ich finde es zwar schade, aber er wird seine Gründe haben", erklärte Ralf Schumacher in Hockenheim.

Williams will Montoya nicht vorzeitig freigeben

Dass Montoya schon im kommenden Jahr zu McLaren-Mercedes wechselt und vorzeitig den wenig erfolgreichen Schotten David Coulthard ersetzt, erscheint derzeit unwahrscheinlich. In diesem Fall müsste ihm Arbeitgeber BMW-Williams die Freigabe erteilen - gegen die Zahlung einer Ablösesumme von angeblich 20 Millionen Dollar.

Das lehnt Teamchef Frank Williams aber kategorisch ab: "Unter keinen Umständen werde ich Juan vor Ende seines Vertrages ziehen lassen. Ich glaube auch nicht, dass er schon einen Vertrag in der Tasche hat." Auch der Kolumbianer selbst bestreitet den Deal mit einem vielsagenden Grinsen: "Es geht nicht darum, um mehr Geld zu pokern. Es ist noch nichts entschieden. Zurzeit bin ich sehr zufrieden bei BMW."

Der Rennstall McLaren-Mercedes, der deutsche Fahrer wie Sauber-Mann Nick Heidfeld offensichtlich wieder links liegen lässt, blockt alle Nachfragen ab. "Wir führen keine Fahrerdiskussion und können erst Fakten verkünden, wenn sie fixiert sind. Das wird noch drei bis vier Wochen dauern", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. McLaren-Mercedes will die Option auf Coulthard für 2004 aber bislang nicht ziehen.



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