Fahrer-Beschluss Schumacher muss sich bei Heidfeld entschuldigen

Die Fahrer der Formel 1 haben Weltmeister Michael Schumacher für den Unfall mit Nick Heidfeld beim Saison-Auftakt in Melbourne verantwortlich gemacht. Nach einem klaren Votum während des Fahrer-Briefings vor dem Grand Prix von Malaysia wurde der Ferrari-Pilot zu einer Entschuldigung gedrängt.

Sepang - Schumacher, der den Crash beim Saisonstart in Melbourne verursachte, hatte sich bis zuletzt uneinsichtig gezeigt, alle Schuld von sich gewiesen und war deshalb heftig kritisiert worden.

Auf Drängen der beiden Wortführer Jacques Villeneuve (Kanada) und David Coulthard (Großbritannien) wurde beim Fahrer-Briefing vor dem Großen Preis von Malaysia etwa 30 Minuten über diesen Vorfall gesprochen. Danach mussten alle Fahrer über die Schuldfrage abstimmen. Schumacher wurde mit 19:1 Stimmen für die Karambolage verantwortlich gemacht.

Auch Barrichello votierte gegen Schumacher

Selbst Ferrari-Teamkollege Rubens Barrichello und Bruder Ralf Schumacher stimmten gegen den Rekord-Weltmeister. Das vermeldete die französische Nachrichtenagentur afp und beruft sich dabei auf einen namentlich nicht genannten Formel-1-Fahrer, der bei der Abstimmung dabei war. Nur Schumacher selbst beharrte darauf, dass er nicht der Alleinschuldige des Unfalls gewesen sei.

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"Wir haben mit 19:1 dafür gestimmt, dass Schumacher im Unrecht war und sich deshalb bei Heidfeld auch entschuldigen sollte", sagte ein anwesender Fahrer. Schumacher habe die Entscheidung akzeptiert, sei aufgestanden, habe sich vor seine Kollegen gestellt und dann entschuldigt, schilderte Pilot.

Kein Grollen bei Heidfeld

Heidfeld bestätigte hinterher nur, dass im Briefing über dieses Thema geredet worden sei, wollte aber nicht näher ins Detail gehen. "Die Sache ist endgültig gegessen. Unsere Freundschaft ist ohnehin stark genug selbst ohne diese Aussprache hätte es keine Probleme mehr gegeben", wird der Mönchengladbacher von der "Bild"-Zeitung zitiert.

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Schumacher selbst hatte bereits am Tag zuvor den ersten Schritt zur Versöhnung gemacht. Abseits des ganzen Formel-1-Trubels habe er Nick Heidfeld beim Gala-Dinner anlässlich der Tsunami-Hilfe in Kuala Lumpur getroffen. "Wir haben natürlich miteinander gesprochen damit dürfte dieses Thema dann vielleicht endlich ad acta gelegt werden", sagte Schumacher, der Heidfeld beim ersten Saisonrennen abgedrängt und dadurch den Unfall verursacht hatte.

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