Übernahme von Racing Point Aston Martin kehrt in die Formel 1 zurück

In der Formel 1 kämpfen Teams wegen der Coronakrise ums Überleben. Gegen diesen Trend investiert der britische Autobauer Aston Martin massiv in eine Teamübernahme. Treibende Kraft ist Milliardär Lawrence Stroll.
Lance Stroll (l.) wird auch im Aston Martin beste Chancen auf einen Platz im Cockpit haben

Lance Stroll (l.) wird auch im Aston Martin beste Chancen auf einen Platz im Cockpit haben

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JOHANN GRODER/ AFP

In der Formel 1 wird es in der kommenden Saison ein neues Team geben. Der Rennstall Racing Point, bis 2018 als Force India am Start, wird zum Werksteam des britischen Autobauers Aston Martin. Das Projekt, das bereits länger geplant war, ist nun offiziell . Verantwortlich für die vom Zeitpunkt her überraschende Entscheidung ist der kanadische Unternehmer Lawrence Stroll, dessen Sohn Lance derzeit Stammfahrer bei Racing Point ist.

"Unsere Investitionsstrategie sieht die Formel 1 als eine zentrale Säule der globalen Marketingstrategie", sagte Geschäftsmann Stroll. Er hatte zuvor zusammen mit anderen Investoren eine erhebliche Summe in den Aston-Martin-Konzern fließen lassen, die Rede ist von über 600 Millionen Euro.

Stroll wird in Kürze auch Vorstandschef bei dem Autohersteller, der vor allem durch die James-Bond-Filme bekannt wurde. In der Formel 1 war Aston Martin Ende der Fünfzigerjahre als eigenes Team für wenige Rennen aktiv, seit 2016 engagiert sich die Firma als Sponsor bei Red Bull.

Formel-1-Teams haben derzeit keine Einnahmen

Die Übernahme von Racing Point kommt zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt. Derzeit ist unklar, ob in dieser Saison noch Formel-1-Rennen stattfinden werden, der Saisonstart wurde vorerst auf Mitte Juni datiert. Die Teams klagen über massive Einnahmeverluste, F1-Eigentümer Liberty Media hofft auf bis zu 15 Rennen. Nur wann die in dieser globalen Sportart mit vielen Reiseaktivitäten stattfinden sollen, kann derzeit niemand beantworten.

Für Stroll spielt das keine Rolle. Er denkt sogar darüber nach, die großen drei (Mercedes, Ferrari, Red Bull) anzugreifen, obwohl die jahrelange Sieglosserie von Renault gezeigt hat, wie schwierig das in der Formel 1 ist. "Mit dem Namen Aston Martin erhöhen sich der Druck und die Erwartungen", sagte der Kanadier. Der Rennstall müsse von Beginn an wettbewerbsfähig sein. Dafür soll weiteres Kapital in den Rennstall fließen. Racing Point bekommt seine Motoren bislang von Mercedes, das soll auch im kommenden Jahr so bleiben. Stroll unterhält gute Kontakte zu Mercedes-Teamchef Toto Wolff, Gerüchte über einen Teamwechsel dementierte der Österreicher.

Stroll hatte sein Engagement im Motorsport in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut. Zunächst förderte er den Aufstieg seines Sohns Lance in die Formel 1 mit vielen Millionen. Der 21 Jahre alte Stroll junior startete seine Karriere beim klammen Williams-Team. Als sein Vater dann das insolvente Force-India-Team erwarb und in Racing Point umbenannte, wechselte Lance Stroll zur Saison 2019 dorthin.

Nun erhöht Vater Stroll noch einmal seinen Einsatz. Sitz des Teams soll weiterhin Silverstone in Mittelengland bleiben. Als Stammpiloten sollten in diesem Jahr Stroll junior und der Mexikaner Sergio Pérez starten.

krä/dpa
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