Formel 1 Aufstand in der letzten Startreihe

Mit seinem Rennstall Minardi gehört Paul Stoddart zu den Hinterherfahrern der Formel 1. Da seine Autos den anderen Boliden dermaßen unterlegen sind, fallen die Minardis meistens nur auf, wenn sie überrundet werden. Nun legt sich der Teambesitzer mit der Automobil-Weltverband Fia wegen der neuen Formel-1-Regeln an.

Hamburg - Einen einzigen Zähler holte das Minardi-Team in der vergangenen Saison. Als Achtplazierter beim Großen Preis der USA in Indianapolis fuhr der Ungar Zsolt Baumgartner in die Punkteränge. Immerhin, mag da manch einer gedacht haben; denn Minardi ist den meisten Teams, was Material und Budget angeht, um Klassen unterlegen.

Trotz dieser Umstände lässt Minardi-Teambesitzer Stoddart derzeit die Muskeln spielen und stellt seinen Rennstall auf Kollisionskurs zur Fia. Gegen die neue Regeln, die in dieser Saison gelten, will der Australier gerichtlich vorgehen und auf diese Weise durchsetzen, dass Minardi für die ersten drei Rennen mit dem gleichen Modell wie in der vergangenen Saison unterwegs sein darf.

"Nie aus der Boxengasse lassen"

Fia-Boss Max Mosley will sich auf diesen Deal nicht einlassen. "Wenn Minardi uns die 2004-Autos präsentiert, wäre das illegal und die Prüfer würden die Wagen nie aus der Boxengasse lassen", so Mosley.

Stoddart argumentiert, dass seine Boliden zwar nicht der neue Aerodynamik- sowie der Ein-Motor-für-zwei-Rennen-Regel standhalten würden, sehr wohl aber den Sicherheitsbedingungen angepasst sein würden. "Die Regeln für 2005 wurden vergangenes Jahr unter einer sehr interessanten Sicherheitsklausel eingebracht, die nicht die Unterstützung der Teams genießt", argumentierte Stoddart in einem Radiointerview in Melbourne. "Die Art und Weise, wie dies umgesetzt wurde, war verfahrensrechtlich mangelhaft, was dazu geführt hat, dass die Teams nicht wirklich wussten, unter welchen Regeln sie 2005 fahren", fügte der Besitzer des chronisch finanzschwachen Rennstalls hinzu.

Die Fia darf neue Regeln nur dann einführen, wenn dies aus Sicherheitsgründen notwendig ist. Ansonsten müssen Regeländerungen von den Teams einhellig abgestimmt werden. "Ich glaube, dass das 2004-Reglement noch gilt. Das wird auch von unserer Rechtsberatung deutlich untermauert", so Stoddard, "wir werden in Melbourne, Malaysia und Bahrain legal mit unserem 2004er Auto fahren. Danach werden wir unser 2005er Auto einführen." Laut Stoddart sollen alle Teams bis auf Ferrari diesem Plan zugestimmt haben.

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.