Formel 1 Ecclestone bezeichnet Fahrer als "Windbeutel"

Bernie Ecclestone meckert erneut über die Formel 1. Die Fahrer würden nur die Meinungen ihrer Teams vertreten, und es fehle an guter Show. Dabei vergleicht er die Rennklasse mit den Rolling Stones.

Formel-1-Chef Ecclestone (l.)
DPA

Formel-1-Chef Ecclestone (l.)


Vor dem Großen Preis von Bahrain am Sonntag (17 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) hat Bernie Ecclestone zum wiederholten Mal zu einem Rundumschlag gegen die Fahrer der Formel 1 ausgeholt. Erneut betonte er, dass die Attraktivität der Rennklasse stark gesunken sei: "Wir liefern derzeit keine sehr gute Show", sagte der 85-Jährige der BBC.

"Stellen Sie sich vor, Sie hätten Tickets für ein Rolling-Stones-Konzert gekauft, aber Mick Jagger kann nicht singen und die anderen die Instrumente nicht spielen", erklärte der Formel-1-Boss. Erst Ende Februar hatte er geäußert, dass er derzeit "kein Geld ausgeben" würde, um ein Rennen zu sehen.

Außerdem ging er auch auf die Diskussion um den umstrittenen neuen Modus im Qualifying ein. In einem offenen Brief hatten die Piloten nach dem Saisonstart in Australien Reformen gefordert. In Bahrain bekräftigten sie diesen Wunsch erneut. Für Ecclestone gab auch das Anlass zur Kritik: "Die Fahrer sind Windbeutel. Sie können sagen, was sie wollen. Sie können nichts machen", sagte er in einer Medienrunde mit britischen Journalisten: "Die meisten sagen doch nur, was ihre Teams von ihnen verlangen."

Als Alternative zum viel gescholtenen neuen Qualifying, das in Bahrain auf dem Prüfstand steht, kommt für Ecclestone keine Rückkehr zum Vorjahresmodus infrage. Stattdessen plädierte er für einen Modus, bei dem die besten Fahrer mit einem virtuellen Zeitballast in die Qualifikation starten, den sie auf der Strecke wettmachen müssen.

Für den Sonntagvormittag soll ein Treffen zwischen den Teamchefs, Ecclestone und Präsident Jean Todt vom Automobil-Weltverband Fia stattfinden, bei dem über die Zukunft des Qualifying-Formats entschieden werden soll.

Viele Fahrer zeigten sich in Bahrain äußerst skeptisch, dass der Modus bei der zweiten Auflage am Samstag (17 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) mehr Spannung bietet als bei der Premiere. Vor zwei Wochen in Melbourne war aus renntaktischen Gründen in den letzten vier Minuten überhaupt kein Auto mehr auf der Strecke.

Formel-1-Saison 2016
Die Teams und Fahrer
Mercedes
Lewis Hamilton und Nico Rosberg
Ferrari
Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen
Williams
Felipe Massa und Valtteri Bottas
Red Bull
Daniel Ricciardo und Max Verstappen
Force India
Nico Hülkenberg und Sergio Pérez
Renault
Kevin Magnussen und Jolyon Palmer
Toro Rosso
Daniil Kwjat und Carlos Sainz jr.
Sauber
Marcus Ericsson und Felipe Nasr
McLaren Honda
Fernando Alonso und Jenson Button
Manor
Rio Haryanto und Pascal Wehrlein
Haas
Romain Grosjean und Esteban Gutierrez
Der Rennkalender
20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (as-Sachir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montréal)
19. Juni: Europa (Baku)
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Großbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Mogyoród)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur (Singapur)
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Japan (Suzuka)
23. Oktober: USA (Austin)
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Interlagos)
27. November: Abu Dhabi (Yas-Insel)
Die Rekorde
Die meisten WM-Titel
Michael Schumacher (7)
Die meisten Grand-Prix-Siege
Michael Schumacher (91)
Die meisten Siege in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 13)
Die meisten Start-Ziel-Siege
Ayrton Senna (19)
Die meisten Podestplätze
Michael Schumacher (155)
Die meisten Podestplätze in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 17)
Die meisten Polepositions
Michael Schumacher (68)
Die meisten Polepositions in einer Saison
Sebastian Vettel (15)
Die schnellsten Rennrunden
Michael Schumacher (77)
Die meisten Grand-Prix-Starts
Rubens Barrichello (323)

insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
die-physiker 02.04.2016
1. Alter Mann
Wenn ich seine Vorschläge zur Erneuerung des Qualifyings sehe kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Das führt doch nur noch viel mehr dazu dass das Qualifying letztendlich in der Box entschieden wird. Wenn man zu schnell war am Anfang muss man danach noch schneller werden was aber nicht möglich ist. Dann ist man zwar der schnellste aber derjenige der davor über die Strecke geschlichen ist gewinnt
Lügenimperium 02.04.2016
2. Super
Bitte noch undurchsichtiger gestalten! Bitte keine Entscheidungen auf der Strecke austragen sondern durch virtuelle Zeitenmanipulation. Ecclestone mag zwar die Formel 1 vor langer Zeit erfolgreich gemacht haben. Das ist aber keine Legitimation sie auch mit 350km/h gegen die Wand zu fahren...
trophyman50 02.04.2016
3. Er hat wohl den Überblick verloren...
"Die Fahrer sind Windbeutel. Sie können sagen, was sie wollen. Sie können nichts machen". Wer sich derart über die Fahrer in der Formel 1 äußert, hat dort nichts mehr zu suchen. Dieser Mann möchte ja auch, daß Putin Europa regiert. Einfach senil. Ich empfehle den "Windbeuteln" an diesem Wochenende geschlossen auf das Rennen zu verzichten.
Blindman68 02.04.2016
4. peinlich, peinlich...
für die Teams und der sonstigen Macher dieser Rennserie, die scheinbar immer noch so abhängig sind von Ecclestone wie fast nicht für möglich gehalten. Das ist sowas von lächerlich, mitten in der Saison das Regelwerk zu diskutieren und auch noch zu verändern. Da kann man als Zuschauer nur noch fragen, ob die Herrschaften die Botschaft der wegbleibenden Fans nicht verstehen wollen oder nicht können? Technisch mag man weiter nach Perfektion streben, aber was das Regelwerk angeht unprofessionell bis unfähig...
räbbi 02.04.2016
5.
Zitat von trophyman50"Die Fahrer sind Windbeutel. Sie können sagen, was sie wollen. Sie können nichts machen". Wer sich derart über die Fahrer in der Formel 1 äußert, hat dort nichts mehr zu suchen. Dieser Mann möchte ja auch, daß Putin Europa regiert. Einfach senil. Ich empfehle den "Windbeuteln" an diesem Wochenende geschlossen auf das Rennen zu verzichten.
Können sie ruhig machen... Bei den Ersatz- und Testfahrern und den Jungs in den Nachwuchsklassen werden die Korken knallen... Vor 40 Jahren, als man mental schon mit seinem Leben abgeschlossen haben mußte, bevor man in seine Aluzigarre mit 200l hochoktanigem stieg, mag das vielleicht noch anderes gewesen sein...
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