Formel-1 Briatore bestreitet Mitwirkung bei Alonso-Wechsel

Der Wechsel des Formel-1-Weltmeisters Fernando Alonso von Renault zu McLaren-Mercedes schlägt Wellen. Renault-Teamchef Flavio Briatore beteuert, nichts damit zu tun zu haben.


Hamburg - Nachdem sicher ist, dass Alonso zur Saison 2007 Renault verlassen wird, sind die Spekulationen entbrannt. Konnte der Spanier gar nicht anders? Zieht sich gar der französische Autokonzern Ende 2006 aus der Formel 1 zurück? Immerhin: Dem neuen Konzernchef Carlos Ghosn wird keine große Liebe zu dieser teuren Rennklasse nachgesagt.

Weltmeister Alonso mit Fan nach dem Training in Jerez: "Er hat McLaren kontaktiert"
AFP

Weltmeister Alonso mit Fan nach dem Training in Jerez: "Er hat McLaren kontaktiert"

Doch Flavio Briatore, Renaults Teamchef in der Formel 1, weist alle Vorwürfe von sich, dass er vorausschauend seinen besten Fahrer bei einem anderen Teams untergebracht haben soll. "Ich war zu keiner Zeit direkt oder indirekt in diese Verhandlungen eingebunden. Das war einzig und allein Fernando", betonte der Italiener in einer Mitteilung. Alonso habe von sich aus McLaren-Mercedes kontaktiert und mit dem Team verhandelt, versicherte Briatore weiter.

Martin Brundle, ehemaliger Formel-1-Pilot aus Großbritannien, hält den Zeitpunkt der Bekanntgabe des Alonso-Wechsels zumindest für merkwürdig. "Warum wurde sowohl Renault als auch McLaren-Mercedes erlaubt, diese Meldung zu diesem Zeitpunkt zu veröffentlichen", fragte Brundle auf der Internetseite des britischen Fernsehsenders ITV. Für den Briten macht es vor allem aus der Sicht von Renault keinen Sinn. Denn einerseits wirke sich der bevorstehende Wechsel Alonsos negativ auf die Marketingpläne der Franzosen aus, andererseits werde die Motivation im Team für die neue Saison nicht besonders hoch sein, sagte Brundle vorher.

Für Renault ist der Weggang des jüngsten Weltmeisters der Formel-1-Geschichte ein Tiefschlag, werteten die internationalen Medien. Die französische Zeitung "Le Figaro" schrieb von einem "harten Schlag für Renault". Die englische "The Times" vermutet gar, dass nun Renault sein Engagement in der Formel 1 sofort in Frage stelle.

Laut "Bild"-Zeitung gibt es auf jeden Fall einen Profiteur: Alonso. Denn der Spanier soll bei McLaren-Mercedes einen Vierjahresvertrag plus Option bekommen, dotiert mit 20 Millionen Euro pro Jahr. In der Formel 1 verdient mit jährlich rund 35 Millionen Euro nur der siebenmalige Weltmeister Michael Schumacher (Ferrari) mehr.

Offen ist noch, wer bei McLaren-Mercedes für Alonso Platz machen soll. Die italienische Sportzeitung "Gazzetta dello Sport" glaubt, dass Kimi Räikkönen die "Silberpfeile" verlassen und sich Ferrari anschließen wird. Für diesen Wechsel sei nur noch die Zustimmung von Schumacher nötig. Vor einiger Zeit waren Gerüchte aufgekommen, dass Räikkönen bereits einen Vorvertrag bei Ferrari unterschrieben hätte. Die Dementis des Finnen folgten stets umgehend.



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