SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

06. März 2012, 14:28 Uhr

Formel 1

Button sagt Vettel den Kampf an 

Jenson Button heizt den Konkurrenzkampf vor Beginn der Formel-1-Saison an. Der McLaren-Pilot sieht sich als ernsthafter Herausforderer von Champion Sebastian Vettel. Das Team des deutschen Weltmeisters lässt das allerdings noch kalt.

Hamburg - McLaren-Pilot Jenson Button hat Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel einen harten Kampf um den Titel prophezeit. Der britische Weltmeister von 2009 rechnet in diesem Jahr mit deutlich mehr Konkurrenz für Vettel und Red Bull. "Wir haben sie in den vergangenen beiden Jahren zu wenig herausgefordert. Ich denke, das wird dieses Jahr anders sein. Und ich will sie mal sehen, wenn sie unter Druck sind", sagte Button knapp zwei Wochen vor dem Start in die neue Formel-1-Saison.

Nachdem er 2011 mit 270 Punkten abgeschlagen hinter Vettel (392) Zweiter in der WM-Gesamtwertung wurde, rechnet sich Button nun bessere Chancen auf seinen zweiten WM-Titel aus. "Ich kann kaum erwarten, dass es losgeht. Wir hatten bei McLaren einen wirklich fantastischen Winter. Die Jungs haben großartig am neuen Auto gearbeitet", sagte der 32 Jahre alte Teamkollege von Lewis Hamilton.

Auch von der Rückkehr von Ex-Champion Kimi Räikkönen in die Formel 1 zu Lotus verspricht sich Button viel. "Ich denke, wir erleben in diesem Jahr die stärkste Formel 1 aller Zeiten", sagte Button. Mit Räikkönen gehören nun sechs Piloten zum Fahrerfeld, die bereits Weltmeister geworden sind.

Red Bull sieht sich schon wieder vorne

Vettels Red-Bull-Team zeigt sich von den Kampfansagen der Konkurrenz derzeit noch wenig beeindruckt. "Die Hackordnung würde ich so sehen: Wir sind leicht vorne, dann McLaren mit Mercedes", sagte Red-Bull-Berater Helmut Marko.

Derzeit nicht auf der Rechnung hat der Österreicher dagegen Ferrari, die seiner Meinung nach "doch etwas abgeschlagen" sind: "Das Auto hat bei den Testfahrten sehr schlecht gelegen. Es hat sich zuletzt gebessert, aber derzeit ist Ferrari, glaube ich, nicht in der Lage, aufs Podest zu fahren."

Ganz anders dagegen Red Bull. Weltmeister Vettel und Teamkollege Mark Webber können in Melbourne noch auf einen neuen Einfall von Chefdesigner Adrian Newey vertrauen, den Red Bull erst an den beiden letzten Testtagen in Barcelona eingesetzt hatte. "Was wir am Samstag gebracht haben, ist zu 90 Prozent eine neue Karosserieführung gewesen", erklärte Marko.

Kritik an der Königsklasse des Motorsports kommt von dem früheren Formel-1-Piloten Juan Pablo Montoya. Er lehnt vor allem die gewöhnungsbedürftigen Nasen der neuen Boliden ab. "Die Formel 1 ist ein Witz. Es ist traurig, dass man solche Autos bauen lässt", sagte der Kolumbianer, der inzwischen in der NASCAR-Serie fährt, im Gespräch mit dem Fachmagazin "Motorsport aktuell".

Seinen eigenen Abschied aus der Formel 1 2006 nach 94 Rennen für BMW-Williams und McLaren-Mercedes und insgesamt sieben Siegen habe er noch nicht bereut, sagte der 36-Jährige. Er schaue sich die Formel-1-Rennen aber schon noch an, auch wenn sie ihn nur noch "ganz wenig" interessieren.

aha/dpa/sid

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung