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01. September 2019, 22:23 Uhr

Großer Preis von Belgien

Machtwechsel bei Ferrari

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Bei der Formel 1 in Belgien gab es mehrere Premieren: Charles Leclerc holte den ersten Sieg seiner Karriere und Ferrari den ersten in dieser Saison. Dafür wurde Sebastian Vettel zum Bremsklotz degradiert.

Szene des Rennens: In der 27. Runde des Großen Preises von Belgien hatten beide Ferrari-Piloten bereits neue Reifen bekommen. Sebastian Vettel war in Führung, Charles Leclerc aber schneller unterwegs. Also traf die Teamleitung eine Entscheidung: "Seb wird dich gleich vorbeilassen", hieß es aus der Garage der Scuderia. Vettel leistete Folge, und Leclerc sicherte Ferrari den ersten Sieg der Saison.

Ergebnis: Leclerc gewann zum ersten Mal in seiner Karriere ein Rennen in der Formel 1. Hinter dem 21 Jahre alten Monegassen kamen Lewis Hamilton und Valterri Bottas (beide Mercedes) ins Ziel. Sebastian Vettel wurde Vierter. Hier geht es zum Rennbericht.

Schatten über dem Rennen: In der Formel 2 war es am Samstag zu einem tragischen Unfall gekommen, bei dem der Fahrer Anthoine Hubert sein Leben verlor. Leclerc kannte Hubert seit der Kindheit, dementsprechend war seine Stimmung gedämpft, ausgerechnet am Tag seines größten Triumphes. "Es fällt mir schwer, mich zu freuen, obwohl ein Traum in Erfüllung gegangen ist", sagte er.

Orange Ernüchterung: Für den Niederländer Max Verstappen sollte es eigentlich ein besonderes Rennen werden, schließlich liegt kein Grand Prix näher an seiner Heimat - zumindest im aktuellen Rennkalender. Die zahlreichen mitgereisten Fans wurden enttäuscht: Nach einem schlechten Start kollidierte der Red-Bull-Pilot in der ersten Kurve mit Kimi Räikkönen (Alfa Romeo) und kam kurz darauf von der Strecke ab. Somit war das Rennen für Verstappen schnell beendet.

Ferraris Renaissance: Mercedes' Dominanz in dieser Saison ist außergewöhnlich. Von den ersten zwölf Rennen gewann der deutsche Rennstall zehn, während Ferrari ein Debakel nach dem anderen erlebte. Das erste Rennwochenende nach der Sommerpause zeigte, dass Ferrari die vier Wochen gut genutzt hat. Im Training waren die Roten schneller, im Qualifying landeten Leclerc und Vettel auf den ersten beiden Plätzen. Insbesondere auf den Geraden erreichten die Ferraris die höheren Geschwindigkeiten, was Hamilton gar nicht gefiel: "Sie sind uns um Meilen voraus!", bellte er in den Boxenfunk. Ferraris Triumph macht Hoffnung, dass in dieser Saison noch ein bisschen Spannung aufkommt.

Vettel als Bremsklotz: Bei Ferrari hat offenbar ein Machtwechsel stattgefunden. Leclerc wurde sechs Runden später als Vettel zum Reifenwechsel in die Box gerufen, um später frischere Reifen zu haben. In der 27. Runde wurde deutlich, dass Leclerc das höhere Tempo fuhr, also beorderte Ferrari den 22-Jährigen an die Spitze und setzte Vettel als Bremsklotz gegen Hamilton ein.

Der WM-Führende war noch später als Vettel zum Boxenstopp gekommen und dementsprechend deutlich schneller unterwegs, wie Vettel feststellte: "Er wird uns überrollen."

Der Deutsche verrschätzte sich mit seiner Prognose. Fünf Runden lang wehrte er die Attacken des fünfmaligen Weltmeisters ab, musste sich schließlich auf einer Geraden in der 32. Runde geschlagen geben. Dank Vettels Anstrengungen hatte Leclerc einen Vorsprung von rund sieben Sekunden auf Hamilton.

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