Leclerc schlägt in der Formel 1 zurück Ferrari siegt in Österreich, Schumacher holt wieder Punkte

So chancenlos war Max Verstappen lange nicht: WM-Rivale Charles Leclerc überholt ihn in Österreich dreimal und gewinnt das Rennen. Mick Schumacher erreicht das beste Ergebnis seiner Karriere.
Charles Leclerc im Ferrari

Charles Leclerc im Ferrari

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Matthias Schrader / AP

Charles Leclerc hat den Großen Preis von Österreich gewonnen. Für den Ferrari-Piloten war es der erste Erfolg seit dem dritten Rennen, in der WM-Wertung hat der Monegasse damit Red-Bull-Pilot Sergio Pérez von Rang zwei verdrängt. Die Führung behält Titelverteidiger Max Verstappen, der beim Heimrennen seines Rennstalls den zweiten Platz belegte. Pérez schied wie Leclercs Teamkollege Carlos Sainz aus, den dritten Platz sicherte sich Lewis Hamilton.

Nach dem Sieg im Sprintrennen am Samstag erwischte Verstappen erneut den besseren Start und führte das Feld zwölf Runden lang an. Doch schnell wurde klar, dass Ferrari im Hauptrennen die bessere Performance hatte und der Niederländer das Tempo von Leclerc nicht mitgehen konnte.

Verstappen wählte mit seinem Rennstall eine andere Strategie als Ferrari, er kam sehr früh an die Box und wollte Leclerc mit einem sogenannten Undercut unter Druck setzen. Doch der Monegasse blieb ruhig und überholte Verstappen nach seinen Boxenstopps jeweils problemlos mit frischen Reifen. Insgesamt ging Leclerc dreimal an seinem WM-Rivalen vorbei, es war eine Machtdemonstration, die nach den vergangenen Rennen so nicht zu erwarten war.

»Es war ein wirklich gutes Rennen«, sagte Leclerc, der gegen Rennende mit einem klemmenden Gaspedal zu kämpfen hatte. »Diesen Sieg habe ich wirklich gebraucht. Wir haben gezeigt, dass wir die Pace im Auto haben. Jetzt müssen wir so weitermachen.« Verstappen erklärte: »Es war ein schwieriger Tag. Wir hatten einige Probleme mit den Reifen. Der zweite Platz ist unter diesen Umständen ein gutes Ergebnis für uns.«

Nicht so gut lief es für Sainz. Der Spanier lag auf Kurs Platz zwei, doch in der 58. Runde musste er seinen Wagen mit einem Motorschaden abstellen. Der Ferrari fing Feuer und musste am Streckenrand gelöscht werden.

Schumacher wird Sechster

Während Sebastian Vettel wie schon in Training, Qualifying und Sprint auch im Hauptrennen chancenlos war und am Ende 17. wurde, legte Mick Schumacher nach dem achten Platz in Silverstone nach. Der Haas-Pilot fuhr konstant in den Top Ten, lieferte sich interessante Duelle mit Lewis Hamilton oder seinem Teamkollegen Kevin Magnussen.

Am Ende lag Schumacher vor Magnussen und sicherte sich als Sechster acht weitere WM-Punkte. Nachdem der Sohn des siebenfachen Weltmeisters Michael Schumacher zu Beginn der Saison in der Kritik stand, ist er nun endgültig in der Formel 1 angekommen.

Zwölf WM-Punkte innerhalb einer Woche: Mick Schumacher

Zwölf WM-Punkte innerhalb einer Woche: Mick Schumacher

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IMAGO/Andy Hone / IMAGO/Motorsport Images

»Wir haben einen Lauf«, sagte Schumacher: »Wir sind rundum zufrieden mit dem heutigen Tag.« Noch lieber würde er allerdings ganz vorn mitkämpfen. »Aber darauf müssen wir noch ein bisschen warten.«

Der Große Preis von Österreich wurde von Sexismus-, Homophobie- und Rassismus-Vorwürfen auf den Tribünen überschattet. Frauen berichteten in sozialen Medien von inakzeptablem Verhalten einiger männlicher Fans, sowohl die Organisatoren als auch Hamilton reagierten mit Stellungnahmen.

krä/sid/dpa
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