Formel 1 Ecclestone enttäuscht von Schumacher

Michael Schumacher gerät nach den schwachen Ergebnissen in dieser Saison immer mehr in die Kritik. Selbst Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hätte sich mehr von dem Mercedes-Piloten versprochen. "Ich bin überrascht und enttäuscht", sagte der Brite.
Mercedes-Pilot Schumacher: Kampf um den Anschluss an die Spitze

Mercedes-Pilot Schumacher: Kampf um den Anschluss an die Spitze

Foto: David Ebener/ dpa

Hamburg - Die Anzahl der Kritiker des siebenmaligen Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher wird immer größer. Selbst der Schumacher sonst so zugeneigte Chef der Rennserie, Bernie Ecclestone, äußerte sich nun abschätzig über den Mercedes-Fahrer. "Ich bin überrascht und enttäuscht", urteilte der Brite in der Schweizer Tageszeitung "Blick" über die bisherigen Leistungen Schumachers. Und weiter: "Ich würde ihn gerne mal in einem Red Bull fahren sehen, weil ich nicht weiß, wie gut der Mercedes ist. Aber im Vergleich zu Teamkollege Nico Rosberg sieht Schumacher nicht gut aus."

Nach seinem enttäuschenden Comeback in der vergangenen Saison mit Platz neun in der Schlusswertung fährt Schumacher auch in diesem Jahr bislang nur hinterher. Der 42-Jährige liegt nach vier Rennen mit sechs Punkten nur auf Rang elf der Fahrerwertung. Saisonübergreifend war Schumacher in 19 von 23 Qualifyings langsamer als Teamkollege Rosberg.

Zuletzt hatten die ehemaligen Formel-1-Piloten David Coulthard ("Michael ist nur noch ein Schatten früherer Tage. Es sieht so aus, als würde er einen Schritt vorwärts und zwei zurück machen") und Johnny Herbert ("Es würde mich sehr wundern, wenn er nach dieser Saison weitermachen würde") einen Rücktritt nahegelegt.

Dass Schumacher noch einmal zu seiner Bestform zurückfinden wird, die ihm von 2000 bis 2004 bei Ferrari fünf Titel in Serie bescherte, glaubt auch Formel-1-Kollege Nick Heidfeld nicht. "Ich denke, mit fortgeschrittenem Alter wird es einfach schwieriger", sagte der Pilot von Lotus-Renault.

Norbert Haug ist dagegen weiterhin von Schumacher überzeugt. "Der Knoten wird bald aufgehen", sagte der Mercedes-Motorsportchef vor dem Großen Preis von Spanien in Barcelona am Sonntag (14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Schumacher selbst übte sich vor dem Rennen, das er bereits sechsmal gewinnen konnte, in Zweckoptimismus: "Wir sind alle fest entschlossen, weitere Fortschritte zu erzielen." Und auch von der Kritik will er sich nicht beeinflussen lassen. "Ich setze mir meine eigenen Ziele. Ich bin schon oft durch harte Zeiten gegangen", sagte Schumacher.

ged/dpa/sid
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