Formel-1-Expansion Schanghai statt Moskau

Ab 2004 wird der Große Preis von China Teil des Formel-1-Zirkus'. Moskau hingegen geht leer aus. Außerdem muss ein vorhandener Grand Prix für das Rennen in Shanghai weichen. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat schon zwei Austragungsorte im Auge, die ihm nicht mehr gefallen.


Formel-1-Boss Bernie Ecclestone: "Er wollte uns nur den Motorenlärm überlassen"
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Formel-1-Boss Bernie Ecclestone: "Er wollte uns nur den Motorenlärm überlassen"

Schanghai - "Wir haben 17 Rennen, leider wird eines weichen müssen", erklärte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. Am Montag hatten der Brite und Stadtvertreter von Schanghai einen Siebenjahresvertrag unterschrieben. Damit sind Spekulationen beendet, der WM-Kalender könnte von bisher 17 auf 18 oder 20 Rennen pro Saison erweitert werden. Vom Formel-1-Beginn in Schanghai auf "hoffentlich einem der besten Kurse der Welt", so Ecclestone, verspricht sich der Automobil-Weltverband Fia eine riesige Fangemeinde in China.

Opfer der neuen Strecke könnte Silverstone sein. Nach dem diesjährigen großen Preis von England hatte Ecclestone den Briten gedroht, das Rennen aus dem Programm zu streichen. "Ich war nie bei einem so schlecht organisierten Rennen. Das ist ein als Landmesse maskiertes Weltereignis", polterte er damals. "Wenn der Vertrag mit Silverstone im nächsten Jahr auslaufen würde, wäre ich nicht begeistert, ihn zu verlängern".

Russen gucken in die Röhre

Weiterer Wackelkandidat ist der grosse Preis von Belgien in Spa. Weil in dem Land Zigarettenwerbung verboten ist, die Tabakindustrie aber zu den Hauptsponsoren der Formel 1 zählt, könnte sich Ecclestone alternativ zu Silverstone auch von dieser Strecke trennen.

Keinen Formel-1-Parcours wird es entgegen bisheriger Pläne in Moskau geben, obwohl sich noch im Frühjahr Bürgermeister Juri Luschkow und Ecclestone darüber geeinigt hatten eine Rennstrecke im Stadtteil Nagatino mit Luxushotels, Krankenhaus und Vergnügungszentrum zu errichten. Die Abmachung platzte, weil sich Luschkow und Ecclestone nicht über die Vermarktungsrechte einig wurden, berichtete die Tageszeitung "Kommersant" am Dienstag. "Er wollte uns nur den Motorenlärm überlassen", beklagte sich Luschkow über Ecclestone.



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