Formel 1 Ferrari-Ingenieure wegen Industriespionage verurteilt

Ein italienisches Gericht hat Bewährungsstrafen gegen zwei ehemalige Mitarbeiter des Formel-1-Rennstalls Ferrari ausgesprochen - wegen des Verrats von Betriebsgeheimnissen. Sie sollen einem Konkurrenzteam Daten geliefert haben.


Modena - Die beiden Ingenieure erhielten Bewährungsstrafen von 16 und 9 Monaten. Ihnen war vorgeworfen worden, bei ihrem Wechsel von Ferrari zum Konkurrenten Toyota Datenmaterial von der Scuderia gestohlen zu haben. Sie hatten auf einer CD-ROM Daten und Zeichnungen der Ferrari-Rennboliden gespeichert. Laut der italienischen Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" wollen sie gegen das Urteil Berufung einlegen.

Ferrari-Generaldirektor Todt: Er erstattete Anzeige
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Ferrari-Generaldirektor Todt: Er erstattete Anzeige

Das Gericht hatte die Ingenieure allerdings von dem Vorwurf entlastet, illegal in das Computersystem von Ferrari eingedrungen zu sein und unerlaubt Dateien und Programme kopiert zu haben. Die Anwälte der Angeklagten hatten in der Verteidigung behauptet, dass die Informationen, über die ihre Mandanten verfügten, in der Branche allgemein bekannt waren.

Das Verfahren war 2003 ins Rollen gekommen, nachdem Ferrari eine große Ähnlichkeit zwischen dem damaligen Toyota-Auto und ihrem eigenen Boliden festgestellt hatte. Die Staatsanwaltschaft Modena hatte Ermittlungen eingeleitet, nachdem der heutige Ferrari-Generaldirektor Jean Todt in seiner Funktion als Teamchef im April 2003 Anzeige wegen Industriespionage erstattet hatte.

Die Ermittlungen der Polizei konzentrierten sich auf Ferrari-Mitarbeiter, die zu Toyota gewechselt waren. Später hatte die deutsche Polizei in Amtshilfe die Privat-Wohnungen ehemaliger Ferrari-Angestellter sowie deren Büros beim Toyota-Rennstall in Köln durchsucht. Toyota hat jegliche Verwicklung in einen Spionagefall stets von sich gewiesen.

all/sid

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