Formel 1 Feuerunfall beim Rennen in Bahrain

Romain Grosjean ist in Bahrain mit seinem Formel-1-Boliden in der ersten Runde in die Leitplanke gekracht. Sein Wagen ging sofort in Flammen auf. Nach einer Unterbrechung konnte das Rennen fortgesetzt werden.
Der Haas ist durch den Crash in zwei Teile zerbrochen und fing Feuer

Der Haas ist durch den Crash in zwei Teile zerbrochen und fing Feuer

Foto:

TOLGA BOZOGLU / AFP

Ein Unfall mit heftiger Feuerentwicklung in der ersten Runde des Großen Preises von Bahrain hat für eine Rennunterbrechung gesorgt. Der Haas des Franzosen Romain Grosjean war nach einer Berührung mit dem AlphaTauri von Daniil Kvyat in die Streckenbegrenzung geknallt, das Auto wurde dabei in zwei Teile gerissen und ging sofort in Flammen auf. Der vordere Teil des Boliden durchschlug die Leitplanke, Grosjean selbst blieb dank der Sicherheitsstandards in seinem Auto und der feuerfesten Kleidung offenbar relativ gut geschützt. »Vor 15 Jahren wäre ein solcher Unfall in der Formel 1 sicher anders ausgegangen«, sagte Sky-Experte Ralf Schumacher.

Mithilfe der Streckenposten kletterte Grosjean aus dem Wrack und verließ die brennende Unfallstelle. Auf dem Weg zum Krankenwagen wurde der 34-Jährige gestützt, laut Mitteilung des Teams erlitt er leichte Verbrennungen an Händen und Knöcheln, es besteht Verdacht auf Rippenbruch. »Soweit ich höre, geht es ihm gut«, sagte Haas-Teamchef Günther Steiner bei Sky. »Das war Glück im Unglück, muss man sagen.« Ein Faktor für den glimpflichen Ausgang des Unfalls könnte auch das Halo-System sein, wie Steiner bestätigt. Dabei handelt es sich um ein Sicherheitssystem, das wie ein Überrollbügel funktioniert und bei der Einführung 2018 auch von Fahrerseite kontrovers diskutiert wurde.

Der Rennwagen von Grosjean zerbrach in zwei Teile

Der Rennwagen von Grosjean zerbrach in zwei Teile

Foto:

Mark Sutton / imago images/Motorsport Images

Entscheidend war zudem das schnelle Einschreiten des medizinischen Personals und der Streckenposten. Das Medical Car mit dem Rennarzt befand sich unmittelbar hinter Grosjean, da das Rennen gerade erst gestartet war und das Auto noch nicht an seinen angestammten Platz in der Nähe der Boxengasse zurückgekehrt war. Steiner lobte das »schnelle Denken und Handeln« bei der Rettung: »Ich danke der Rettungscrew, die echt schnell war. Die Streckenposten und die Leute bei der Fia haben einen tollen Job gemacht«, sagte der Teamchef. »Alle Systeme, die wir entwickelt haben – das Halo, die Barrieren, die Gurte – haben so funktioniert, wie sie sollten«, sagte der Fahrer des Medizinwagens, Alan van der Merwe.

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Dem Formel-1-Tross war trotz der ersten Entwarnung der Schock anzumerken. Rekordweltmeister Lewis Hamilton blickte in seiner Mercedes-Garage auf die Bilder des Unfalls, der zwangsläufig Erinnerungen an den Feuerunfall Niki Laudas 1976 auf dem Nürburgring weckte, und schüttelte entgeistert den Kopf.

»Es ist ein Wunder, dass er da in einem Stück herausgekommen ist«, sagte Ex-Weltmeister Damon Hill bei Sky. »Es sah aus, als wäre das Chassis durch die Wand durchgegangen. Diese Bilder schaut sich niemand an und spricht danach von zu viel Sicherheit in der Formel 1.«

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Derweil nahmen Streckenkräfte die Reparaturarbeiten auf. Das 15. Saisonrennen war zunächst für 45 Minuten unterbrochen worden, die Arbeiten dauerten jedoch deutlich länger. Um 16.35 Uhr ging es dann mit einem Neustart weiter. Mit Blick auf den Restart sagte Hill: »Es wird für die Fahrer schwer werden, das aus dem Kopf zu kriegen.« Tatsächlich dauerte es nur wenige Meter bis zum nächsten Unfall: Lance Stroll (Racing Point) fuhr über das Hinterrad von Kvyat und überschlug sich in geringer Geschwindigkeit. Strolls Auto überschlug sich, der Kanadier blieb unverletzt.

Grosjean fährt seit 2009 in der Formel 1. Seinen Durchbruch feierte er im Lotus, wo er nach zwei Jahren in anderen Serien in den Jahren 2012 bis 2015 fuhr. 2013 feierte Grosjean mit WM-Platz sieben sein bisher bestes Ergebnis. In 178 Rennen stand er zehnmal auf dem Podium, ein Sieg gelang Grosjean in der Formel 1 bisher nicht. Seit 2016 fährt er für das amerikanische Team Haas, zum Ende dieser Saison wird sein Vertrag nicht verlängert. Grosjean ist einer der Vizepräsidenten der Fahrergewerkschaft GPDA und ein Fürsprecher für mehr Sicherheit in der Formel 1.

ngo/krä/sid/dpa