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20. März 2015, 18:38 Uhr

Formel 1

Deutschland-Rennen offiziell gestrichen

Jetzt ist es offiziell: In der Formel-1-Saison 2015 wird es keinen Großen Preis von Deutschland geben. Die Fia hat das Rennen im Juli ersatzlos gestrichen. Damit findet erstmals seit 55 Jahren kein Grand Prix auf einer deutschen Strecke statt.

Hamburg - Das Formel-1-Rennen in Deutschland im Juli ist nun auch offiziell gestrichen. Das entschied der Motorsport-Weltrat des Internationalen Automobilverbands Fia auf seiner Sitzung in Genf. Zuvor hatten sich weder die Streckenbetreiber des Nürburgrings noch die Veranstalter in Hockenheim mit Chefvermarkter Bernie Ecclestone auf die finanziellen Bedingungen für einen Grand Prix einigen können. Der für das Deutschland-Gastspiel vorgesehene Termin am 19. Juli entfällt ersatzlos. Damit wird die Weltmeisterschaft in dieser Saison in 19 Läufen entschieden.

Nach der Entscheidung des Weltrats findet in diesem Jahr zum ersten Mal seit 1960 kein Grand Prix auf einer deutschen Strecke statt. Der Große Preis von Deutschland wurde bereits 61-mal ausgetragen. Zudem war der Nürburging 14 weitere Male Gastgeber für den Großen Preis von Europa und den Großen Preis von Luxemburg.

"Das ist nur traurig", sagte Mercedes-Teamaufseher Niki Lauda schon vor dem Ende der Fia-Sitzung in Genf dem TV-Sender RTL. Zuvor hatte der schwäbische Autobauer in den Gesprächen zwischen Ecclestone und Hockenheim einen "signifikanten Betrag" offeriert, um doch noch einen Grand Prix auf der badischen Strecke zu ermöglichen. Doch Hockenheim scheute letztlich wohl genauso das Risiko hoher finanzieller Verluste wie die neuen Betreiber des Nürburgrings, der schon 2012 in die Insolvenz gerutscht war. Ecclestone seinerseits wollte seine Forderungen nicht weiter senken.

Das Mercedes-Angebot sei "leider nicht angenommen" worden, teilte das Unternehmen mit. Lauda hatte schon vorher die Veranstalter in Deutschland kritisiert und bessere Konzepte für einen Grand Prix gefordert. "Die Bedingungen sind überall auf der Welt die gleichen. Aber wenn es keinen Veranstalter in Deutschland gibt, der es wie in anderen Ländern auch schafft, einen Grand Prix auf die Beine zu stellen, dann ist das so", sagte der dreimalige Weltmeister nun.

Turnusgemäß wäre am 19. Juli der Nürburgring als Gastgeber an der Reihe gewesen. Nach der Pleite der Eifel-Strecke 2012 war jedoch schon lange höchst fraglich, ob sich die neuen Betreiber des Traditionskurses die Antrittsgebühren für die Formel 1 in zweistelliger Millionenhöhe leisten können.

Hockenheim hatte im Vorjahr ebenfalls hohe Verluste mit der Formel 1 eingefahren, weil zu wenige Zuschauer kamen. Aus Sorge vor einem neuen Desaster verzichteten die Badener auf das Einspringen als Ersatz für den Nürburgring. Für 2016 und 2018 hat Hockenheim noch einen Vertrag als Gastgeber des Deutschland-Rennens.

mon/dpa

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