Formel 1 Deutschland-Rennen offiziell gestrichen

Jetzt ist es offiziell: In der Formel-1-Saison 2015 wird es keinen Großen Preis von Deutschland geben. Die Fia hat das Rennen im Juli ersatzlos gestrichen. Damit findet erstmals seit 55 Jahren kein Grand Prix auf einer deutschen Strecke statt.

Hockenheimring: Großer Preis von Deutschland gestrichen
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Hockenheimring: Großer Preis von Deutschland gestrichen


Hamburg - Das Formel-1-Rennen in Deutschland im Juli ist nun auch offiziell gestrichen. Das entschied der Motorsport-Weltrat des Internationalen Automobilverbands Fia auf seiner Sitzung in Genf. Zuvor hatten sich weder die Streckenbetreiber des Nürburgrings noch die Veranstalter in Hockenheim mit Chefvermarkter Bernie Ecclestone auf die finanziellen Bedingungen für einen Grand Prix einigen können. Der für das Deutschland-Gastspiel vorgesehene Termin am 19. Juli entfällt ersatzlos. Damit wird die Weltmeisterschaft in dieser Saison in 19 Läufen entschieden.

Nach der Entscheidung des Weltrats findet in diesem Jahr zum ersten Mal seit 1960 kein Grand Prix auf einer deutschen Strecke statt. Der Große Preis von Deutschland wurde bereits 61-mal ausgetragen. Zudem war der Nürburging 14 weitere Male Gastgeber für den Großen Preis von Europa und den Großen Preis von Luxemburg.

"Das ist nur traurig", sagte Mercedes-Teamaufseher Niki Lauda schon vor dem Ende der Fia-Sitzung in Genf dem TV-Sender RTL. Zuvor hatte der schwäbische Autobauer in den Gesprächen zwischen Ecclestone und Hockenheim einen "signifikanten Betrag" offeriert, um doch noch einen Grand Prix auf der badischen Strecke zu ermöglichen. Doch Hockenheim scheute letztlich wohl genauso das Risiko hoher finanzieller Verluste wie die neuen Betreiber des Nürburgrings, der schon 2012 in die Insolvenz gerutscht war. Ecclestone seinerseits wollte seine Forderungen nicht weiter senken.

Das Mercedes-Angebot sei "leider nicht angenommen" worden, teilte das Unternehmen mit. Lauda hatte schon vorher die Veranstalter in Deutschland kritisiert und bessere Konzepte für einen Grand Prix gefordert. "Die Bedingungen sind überall auf der Welt die gleichen. Aber wenn es keinen Veranstalter in Deutschland gibt, der es wie in anderen Ländern auch schafft, einen Grand Prix auf die Beine zu stellen, dann ist das so", sagte der dreimalige Weltmeister nun.

Turnusgemäß wäre am 19. Juli der Nürburgring als Gastgeber an der Reihe gewesen. Nach der Pleite der Eifel-Strecke 2012 war jedoch schon lange höchst fraglich, ob sich die neuen Betreiber des Traditionskurses die Antrittsgebühren für die Formel 1 in zweistelliger Millionenhöhe leisten können.

Hockenheim hatte im Vorjahr ebenfalls hohe Verluste mit der Formel 1 eingefahren, weil zu wenige Zuschauer kamen. Aus Sorge vor einem neuen Desaster verzichteten die Badener auf das Einspringen als Ersatz für den Nürburgring. Für 2016 und 2018 hat Hockenheim noch einen Vertrag als Gastgeber des Deutschland-Rennens.

Formel-1-Saison 2015
Die Teams und Fahrer
Mercedes
Lewis Hamilton und Nico Rosberg
Red Bull
Daniel Ricciardo und Daniil Kwjat
Williams
Felipe Massa und Valtteri Bottas
Ferrari
Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen
McLaren Honda
Fernando Alonso und Jenson Button
Force India
Nico Hülkenberg und Sergio Pérez
Toro Rosso
Max Verstappen und Carlos Sainz jr.
Lotus
Romain Grosjean und Pastor Maldonado
Sauber
Marcus Ericsson und Felipe Nasr
Manor Marussia
Will Stevens und Roberto Merhi
Der Rennkalender
Die Rekorde
Die meisten WM-Titel
Michael Schumacher (7)
Die meisten Grand-Prix-Siege
Michael Schumacher (91)
Die meisten Siege in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 13)
Die meisten Start-Ziel-Siege
Ayrton Senna (19)
Die meisten Podestplätze
Michael Schumacher (155)
Die meisten Podestplätze in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 17)
Die meisten Pole-Positions
Michael Schumacher (68)
Die meisten Pole-Positions in einer Saison
Sebastian Vettel (15)
Die schnellsten Rennrunden
Michael Schumacher (77)
Die meisten Grand-Prix-Starts
Rubens Barrichello (323)

mon/dpa

insgesamt 42 Beiträge
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Bueckstueck 20.03.2015
1. Bevor die Selbstgefälligen auftauchen:
Ja, die Formel 1 ist spätestens seit 2014 für den Laien der sich nicht nur mit Rennsport zufrieden gibt sondern immer auch möglicht ein halbes Dutzend Autos um den Sieg fahren sehen will, gelinde gesagt öde geworden. Allerdings liegen die Probleme von Nürburgring Hockenheim nicht darin begründet, sondern in den horrenden Ticketpreisen und dem quasi nicht existierenden Drumherum neben dem Fia Rahmenprogramm. Die Veranstalter habens einfach schon lange nicht mehr gebacken gekrieg für die Preise einen angemessenen Gegenwert zu bieten - oder halt die Ticketpreise zu senken. Anderswo geht das eine oder andere ja auch - da hat Lauda völlig recht.
vulkaneifler 20.03.2015
2. Was Solls
Ich denke es gibt schönere Rennen und damit auch psitionskämpfe , als die Formel 1 mit ihrem kreisfahren wo der Sieger doch leider meistens vorher schon feststeht da hier einfach nur Geld die Rolle spielt .
digital-transducer 20.03.2015
3. was kann man da sagen?
was für ein Pech für die Fans, aber wirklich vermissen tut es wohl kaum jemand. Formel Eins ist sowieso etwas für die Schikeria.
stranzjoseffrauss 20.03.2015
4. Wäre Ecclestone in München freigesprochen worden
dann gäbe es den Deutschland-Grand-Prix vielleicht noch.
chanus 20.03.2015
5. Richtig so,
Schließlich ist es nicht vermittelbar, wieso die Formel 1 nach den Verlusten der Rennstreckenbetreiber der Steuerzahler einspringen muss ( ähnlich der Polizeieinsätze im Fußball). Nur damit der Kontostand von Herrn Ecclestone weiter ins unermessliche wächst. Zumal zumindest der Nürburgring mit der Nordschleife ein weltweites Alleinstellungsmerkmal besitzt, dass sich mit Sicherheit auch ohne das Merkmal "Formel 1 Strecke" sehr gut vermarkten lassen sollte!
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